SPD und GRÜNE und die U-Bahn an der Fuhle: U3 statt U5

SPD und Grüne haben am 18.01.2018 in der Bezirksversammlung einen neuen Antrag eingebracht und beschlossen. Nachdem die zuvor geforderte Südvariante der U5 vom Lenkungskreis abgelehnt wurde, besinnt man sich auf die Ergebnisse der Konzeptstudie aus 2014. Damals wurde auch die Möglichkeit betrachtet, eine zusätzliche Haltestelle der U3 an der Fuhlsbüttler Straße zu bauen. Diese Idee soll nun wieder aufgegriffen werden, um „diese andere Option zur Anbindung des zentralen Barmbek-Nords an das Schnellbahnnetz zu prüfen.“

Schutzgüter Mensch und Umwelt sind politisch nicht relevant?

Fast der gesamte Absatz aus der Konzeptstudie wird als positive Aussage zitiert – ausgelassen wurden alle negativen Punkte, die jedoch für ein vollständiges Bild wichtig sind:

  • Diese Haltestelle erzeugt „umfangreiche Doppelerschließungen mit den angrenzenden Haltestellen Habichtstraße, Alte Wöhr und U/S Barmbek.“ Ohne diese wichtige Information könnte der Eindruck entstehen, Barmbek-Nord wäre mit Schnellbahnanschlüssen unterversorgt. Eine zusätzliche Haltestelle kann natürlich sinnvoll sein, aber die von Martina Koeppen, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, erhofften „viele weitere 10.000 Menschen“ die eine Haltestelle an dieser Stelle erreichen soll, sind leider nicht realistisch.
  • Die bauliche Machbarkeit scheint gegeben, „ist aber aufgrund der räumlichen Nähe zur Wohnbebauung und des vorhandenen Baumbestands mit Risiken hinsichtlich der Schutzgüter Mensch (Einhaltung Lärmschutz) und Umwelt verbunden.“
  • Und weiter: „Es wird daher empfohlen, die Realisierung einer Haltestelle Fuhlsbüttler Straße zunächst nicht weiter zu verfolgen.“

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh ist für den Ausbau des ÖPNV. Es war vorhersehbar, dass die Idee der U3-Haltestelle an der Fuhle irgendwann wieder aufgegriffen wird. Im Vergleich zur ursprünglichen U5-Planung im Hartzloh erscheinen die dort notwendigen Belastungen in der Bauphase gering, absolut betrachtet jedoch bestimmt nicht einfach für die Anwohner. Hier müssen aber vertiefende Planungen abgewartet werden, um eine fundierte Bewertung abgeben zu können.

Der Schutz von Mensch und Umwelt gehört leider zu den Aspekten, die von SPD und Grüne im Bezirk eher abschätzig betrachtet werden. Wir mussten sehr viel Aufklärungsarbeit leisten, bis SPD und Grüne im Bezirk Nord nach sehr langer Befürwortung letzten Endes doch den Bau einer U5-Station im Hartzloh als zu belastend abgelehnt haben. Aber wirklich wichtig scheinen für die rot-grünen Bezirkspolitiker nur unbenannte „städtebauliche Gründe“ zu sein, so dass es weiterhin bei den Bürgern liegt, ihre Interessen selber im Auge zu behalten und zu vertreten, um nicht als Bauernopfer in einem politischen Spiel mit Investoreninteressen zu enden.

Das Barmbeker Wanderzentrum

Zwei Dinge wollen SPD und Grüne mit Ihrem neuen Antrag erreichen, einer davon ist eine bessere Anbindung von Barmbek-Nord. Für die Politiker gehört dazu immer die Anbindung des Stadtteilzentrums an die U-Bahn. Dieses befand sich nach dem Glauben vieler Einheimischer rund um den Barmbeker Bahnhof, wurde jedoch von Rot-Grün just dort verortet, wo die U5 hin sollte: nördlich der Ringbrücke am Hartzloh. Christopher Leineweber, für die SPD im Bezirk Nord unter anderem im Stadtentwicklungsausschuss tätig, bedauerte nach der Entscheidung für die Nordvariante auf der Facebookseite der Hochbahn, dass die „einmalige Chance das Zentrum von Barmbek-Nord an das U-Bahnnetz anzuschließen“ vertan wurde. Dieses Zentrum liege „rund ums Bürgerhaus“ im Hartzloh. Diese Ansicht teilen SPD und Grüne in ihrem Antrag, betrachten aber nun die Fuhle als „zentrale Achse“ von Barmbek-Nord. Entlang dieser Achse lässt sich nämlich einen Kilometer südlich des Hartzloh ein neues Zentrum entdecken, diesmal an der U3-Brücke über die Fuhle – Barmbek-Nord hat demnach ein politisches Wanderzentrum: Es liegt immer genau dort, wo es gerade benötigt wird.

Die Frage der Kompetenz

Das zweite Ziel des Antrags lautet, den Bau der U5 sicherzustellen. Dafür sind Zuschüsse vom Bund nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) notwendig, die etwa die Hälfte der Baukosten abdecken sollen. Die Vorgaben für diese Förderung werden jedoch als „Fehlgewichtung“ kritisiert, weil die Neuerschließung angeblich nicht hoch genug gewichtet würde. Diese Kritik ist nicht nachvollziehbar, da SPD und Grüne im Bezirk immer die Haltestellenlagen mit den schlechtesten Erschließungszahlen gefordert hatten: zuerst die Vorzugsvariante Hartzloh-Ost, später die von der SPD im Oktober als „Friedensangebot“ an die Bürger vorgeschlagene Alternative Hartzloh-West mit der geringsten Neuerschließung aller Varianten. Die letztlich vom Lenkungskreis ausgewählte Haltestelle Nordheimstraße hat im Vergleich zu Hartzloh-Ost eine um 25% höhere Neuerschließung und eine um 65% niedrigere unerwünschte Doppelerschließung. SPD und Grüne im Bezirk sollten wissen, dass schlechte Erschließungszahlen die Förderfähigkeit und somit die gesamte U5 gefährden.

Die Antragsteller kritisieren, dass „sich der Lenkungskreis entgegen der fachlichen und politischen Einschätzung der Bezirksämter Wandsbek und Hamburg-Nord sowie der Bezirksversammlung Hamburg-Nord und unter Vernachlässigung der stadtentwicklungspolitischen Bedeutung einer Station mitten in Barmbek-Nord im Rahmen der Planung zur U5 gegen einen Halt „Hartzlohplatz“ entschlossen hat“, wie es im Antrag heißt. Hier wird also ohne fundierte Begründung dem U5-Lenkungskreis von politischer Seite die Kompetenz abgesprochen, obwohl gerade die Entscheidung des Lenkungskreises für die Nordvariante maßgeblich dazu beigetragen hat, die Finanzierung und somit den Bau der U5 sicherzustellen.

In einer Stellungnahme der BWVI zum vorherigen Antrag von SPD und Grüne, die eine Südvariante zur Not auch ohne den Umsteigebahnhof Rübenkamp forderten, musste die Behörde das Offensichtliche klarstellen: „Die Umsteigemöglichkeit an der Haltestelle Rübenkamp ist ein bedeutendes Argument für die Südvariante und daher für diese fest vorgesehen.“ Denn die Barmbeker Beule wird nur für den Weg zum Rübenkamp benötigt. Die Umsteigezahlen am Rübenkamp wurden jedoch mit nur 3.460 Umsteigern werktäglich prognostiziert, im Vergleich zu 15.130 Umsteigern an der Sengelmannstraße. Dass diese Umsteigerzahlen nicht U-Bahn-würdig sind und schon gar nicht ein Drittel der Gesamtbaukosten der U5-Ost wert sind, sollte eigentlich auch den Antragstellern einleuchten.

Die Belange der Menschen und die politische Realität

Es spricht überhaupt nichts dagegen, den Bau einer zusätzlichen U3-Haltestelle zu prüfen. Es spricht wenig dafür, die Hochbahn daran zu erinnern, an der Nordheimstraße die Ausgänge auf der Fuhle-Seite nicht zu vergessen. Es spricht nicht für die Antragsteller, Fachleute zu diskreditieren und eigene fachliche Kompetenz vorzuschützen. SPD und Grüne im Bezirk haben die vom Bau der U5 betroffenen Menschen nie ernst genommen, nie unterstützt, waren nicht diskussionsbereit und haben nur eigene verschleierte Interessen vertreten – das werden die Menschen nicht vergessen.

Wenn nun die U3-Haltestelle an der Fuhle geprüft wird, bleibt zu hoffen, dass die Hochbahn den Schutz der Anwohner und der Umwelt beim Bau und im Betrieb bestmöglich berücksichtigt. Die Bedenken der Hochbahn von 2014 verschwinden nicht, nur weil diese im Antrag von SPD und Grüne verschwiegen werden. Eine solche politische Haltung ist schon lange nicht mehr zeitgemäß.

Unser erstes BI Treffen im neuen Jahr

Unser inzwischen 14. BI Treffen war das bisher entspannteste; nicht nur das Ende des Thor Steinar Ladens steht kurz bevor, auch die weitreichende Bedrohung durch eine immer noch nicht nachvollziehbare U5-Planung für unser Viertel hat sich Ende letzten Jahres aufgelöst – fast genau zwei Jahre, nachdem der damalige Hochbahn-Chef Günter Elste die Streckenführung und Haltestellen der U5 als „festgelegt“ ausgerufen hat.

Unter den zwanzig Teilnehmern unseres Treffens herrschte Einigkeit darüber, das der Weg unserer BI hier nicht zu Ende sein darf – vielleicht sogar noch ganz am Anfang steht. Alle wollen sich weiter in und für unseren Stadtteil einsetzen, Ideen wurden vorgestellt, Informationen ausgetauscht und engagiert diskutiert. Gemeinsames Ziel: ein lebenswerter Stadtteil. Gegen 21 Uhr endete unser Treffen, mit einem guten Gefühl gingen alle auseinander.

Unser nächstes Treffen findet nach den Frühjahrsferien am Mittwoch, den 28. März um 19 Uhr im Gemeindesaal statt. Als Gast freuen wir uns auf Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU, der die aktuell laufende Initiative des NABU gegen den Grünflächenfraß vorstellen wird.

Hallo liebe Leute der BI Lebenswerter Hartzloh, liebe Nachbarschaft im Hartzlohviertel

Ein ereignisreiches Jahr liegt nun hinter uns und nimmt mit der nun feststehenden U5-Haltestelle Nordheimstraße und der Nordvariante ein positives Ende, was vor nicht all zu langer Zeit kaum jemand erwarten konnte.

Viele von uns haben fair gestritten, um für Mensch und Umwelt eine vernünftige Lösung zu erhalten.

Die unzähligen Briefe, die geleistete Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die vielen Gespräche mit den Wochenmarkthändlern und den Marktbesuchern haben es erst ermöglicht, eine öffentliche Wahrnehmung im Stadtteil zu erzielen. Die Liste ließe sich noch unendlich weiterführen.

Kurz um DANKE an alle, die sich für die vernünftige Lösung eingesetzt haben und die Nerven und Mut hatten, mit viel Engagement – mal laut, mal leise – den Sinn bzw. Unsinn der Haltestellenlage zu verdeutlichen. Es haben die Anwohner deutlich gezeigt, dass es möglich ist, etwas Negatives ins Positive zu kehren. Dies trotz der heftigen Gegenwehr von so einigen Bezirksabgeordneten, die sich nicht zu schade waren, Anträge gegen die Nordvariante zu verfassen, und selber die entsprechenden Veranstaltungen der Hochbahn oder Sitzungen der Bürgerinitiative und damit auch die direkte Aussprache mit den Anwohnern vermieden und sich so versuchten, der wichtigen Fragen der Anwohnerschaft zu entziehen. Die Kritik an diesem Weg gelangte DANK der Zivilcourage von Leuten aus der BI sehr wohl an die Öffentlichkeit und wurde im Stadtteil bekannt.

Trotz all dem Ärger haben die Anwohner zeigen können, dass es möglich ist, demokratisch und fair in Form einer sachlichen Beteiligung positiv zu beeinflussen, was zuvor schwer möglich schien.

Der Glaube an etwas kann ja bekanntlich Berge versetzen.
Anwohner schaffen dies mit der festgesetzten U5-Linienführung.

(Auch wenn dies mit neuen nicht zu erwartenden Umsteigezahlen am Rübenkamp durch die Untersuchung der Hochbahn beflügelt werden konnte.)

In diesem Sinn wünsche ich ALLEN ein hoffnungsvolles und friedliches 2018!

Klaus Herrmann

Die U5 wird zur Schnell-Bahn

Foto: Hochbahn, Tweet der Hochbahn

Gestern wählte der U5-Lenkungskreis die kürzere und direktere Nordvariante für die weitere Planung der U5 aus, die umstrittene „Barmbeker Beule“ ist damit vom Tisch. Die kurvenreiche Südvariante hätte zwar einen komplizierten Umstieg zur S-Bahn am Rübenkamp ermöglicht, aber auch die Baukosten für den ersten Bauabschnitt der U5 um fast 50% in die Höhe getrieben. Die geradlinige Streckenführung bedeutet einen täglichen Zeitgewinn für die Menschen in Bramfeld und Steilshoop und senkt Bauzeit und Unterhaltskosten der U5 erheblich. Durch eine Haltestelle in der Nordheimstraße werden laut Hochbahn mehr Menschen erreicht als mit der ursprünglich geplanten Haltestelle im Hartzloh.

Der aktuelle Planungsstand der U5 von Bramfeld bis zum Hauptbahnhof sieht weniger Haltestellen vor, die nun alle unter breiten Straßen oder Freiflächen geplant werden, mit einem Streckenverlauf möglichst unter großen Straßen. Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh begrüßt diese Planung, die nicht nur den größten Schutz von Mensch und Umwelt zu ermöglichen, sondern auch das beste Nutzen/Kosten-Verhältnis aufzuweisen scheint. „Wir freuen uns für die Menschen in Bramfeld und Steilshoop, für die endlich eine wirkliche Schnell-Bahn-Verbindung in die Innenstadt möglich wird“, so Robert Lindenau, Sprecher der Initiative. „Die jetzt eingesparten Kosten eröffnen der Hochbahn ganz neue Möglichkeiten, z.B. im Bereich des Schall- und Vibrationsschutzes. Wir werden die Planung weiter konstruktiv begleiten und hoffen auf eine weitere Verbesserung der Bürgerbeteiligung. Die U5 ist ein Jahrhundertprojekt für ganz Hamburg – durch weitere Optimierung kann es ein Vorzeigeobjekt werden. Der Wille dazu ist sicher vorhanden.

Ich wünsche uns allen ein friedliches Weihnachtsfest.“

Hochbahn empfiehlt U5-Nordvariante

Infoblatt der BI zur Haltestelle Hartzlohplatz, das wir auf der Veranstaltung am 13.12.2017 verteilt haben. Bitte anklicken zum lesen.

Die heutige Hochbahn-Veranstaltung war gut besucht, es gab kaum noch freie Plätze. Nach einer Präsentation des aktuellen Planungsstands und einer Vorstellung der Nordvariante kam die erhoffte Stellungnahme:

Die Hochbahn wird dem Lenkungskreis die weitere Planung der Nordvariante mit einer Haltestelle in der Nordheimstraße empfehlen!

Am 21. Dezember wird der Lenkungskreis auf Grundlage dieser Empfehlung eine Entscheidung treffen.

Nachfolgend kam es zu einer sehr motivierten und fundierten Fragestunde, deren Erkenntnisse ebenfalls in die Entscheidungsfindung einfließen sollen. Das Stimmungsbild war nach wie vor geprägt von Unverständnis, warum eine Haltestelle mitten in einer Wohngegend gut für Barmbek-Nord und die Anwohner sein soll. Der Baudezernent Herr Dr. Bigdon war erneut vor Ort als Vertreter des Bezirks, und nannte inoffizielle Bebauungspläne entlang der Fuhle, die von einer Haltestelle an dieser Stelle profitieren würden. Details wollte er jedoch nicht nennen, da die Eigentümer noch gar nichts von den Plänen der Baubehörde wüssten. Von politischer Seite waren Vertreter von der Linken und den Piraten vor Ort, die Grünen und die FDP glänzten erneut durch Abwesenheit.

Herr Wendt meldete sich auf Nachfrage aus dem Publikum und gab sich als SPD-Politiker zu erkennen, allerdings nicht als offizieller Vertreter des Bezirks. Verstärkung hatte er in Form von zwei SPD-Nachwuchspolitikern mitgebracht, die inkognito von den Seiten her versuchten, Stimmung für die Südvariante zu machen. Eigene Argumente konnten sie zwar nicht vorbringen, setzten aber mit Allgemeinplätzen die von der Bezirks-SPD vorgegebene Strategie des inhaltslosen Forderns fort. Wir wünschen den beiden jungen Menschen wirklich alles Gute auf ihrem weiteren politischen Karriereweg.

Einen herzlichen Dank an die vielen Menschen, die sich heute wieder mit fundierten und sachlichen Argumenten, aber nicht emotionslos, für den Erhalt eines erhaltenswerten Viertels eingesetzt haben!

Als Fazit lässt sich festhalten, dass selbst nach über einem Jahr keine fundierten Gründe vorliegen, die für eine Haltestelle im Hartzloh-Viertel sprechen. Im Gegensatz dazu steht für die Hochbahn jetzt schon fest:

Die Alternative Nordheimstraße erhöht die Wirtschaftlichkeit der Gesamt-U5!

Lediglich der Autoverkehr muss dort bauzeitlich mit Einschränkungen rechnen. Für einen sinnvollen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sollte das kein zu großes Opfer sein.

Wunschzettel zu Weihnachten: Bitte einen Sieg der Vernunft. Und ein friedliches Fest. Danke. 🙂

Nutzen der U5 in Barmbek-Nord weiterhin fraglich

Beim gestrigen BI Treffen informierten Herr Ernst, Herr Boneß und Herr Hinrichsen von der Hochbahn im bereits vorweihnachtlich dekorierten Gemeindesaal über den aktuellen Planungsstand in Sachen U5 Barmbek Nord. Danke an alle Anwesenden, dass sie die Emotionen nicht hochkochen ließen, so dass ein konstruktiver Dialog möglich war.

Alle Fragen zu den Kriterien und Gründen, die zur Vorentscheidung für den Hartzlohplatz bei der Südvariante geführt haben, sollen erst auf der Infoveranstaltung der Hochbahn am 13. Dezember bekanntgegeben werden. Das von SPD und Grünen und der Hochbahn gesteckte „städtebauliche Ziel“ haben die Hochbahner auch gestern nicht mit Inhalt gefüllt. Schade!

Fest steht: Die Nordvariante ist wesentlich schneller, kürzer und preiswerter. Die Südvariante hängt nur von der Entscheidung ab, ob es einen nur teuer und unbequem zu ermöglichenden Umsteigepunkt von der U5 zur S1 am Rübenkamp geben soll oder nicht. Ohne diese Station ist die Barmbeker Beule sinnlos. Da die errechneten Umsteigezahlen deutlich hinter den erhofften Zahlen zurückbleiben, ist dieses aus unserer Sicht der Fall. Wenn sich die Politik dennoch für diese Variante entscheidet, so halten wir dieses für eine Verschwendung von Steuergeldern und eine Entscheidung aus persönlicher Willkür. Das hat dann nichts mehr mit der Findung einer optimalen Haltestelle für Barmbek-Nord aus verkehrlichen Gesichtspunkten zu tun.

Die Presseinformation der Hochbahn lässt erkennen, dass es sich bei der Variante „Hartzlohplatz“ um eine politische handelt: „Gleichzeitig können die städtebaulichen Ziele mit dieser Haltestellenlage gut erfüllt werden.“ Auf dem Blog der Hochbahn geht man sogar so weit zu schreiben: „Das entscheidende Kriterium: Welche Haltestelle schafft den größten Nutzen für Barmbek-Nord.“ Beides sind unbegründete bezirkspolitische Gründe.

Barmbek-Nord war niemals erklärtes Ziel der U5. Weil der Rübenkamp nur mit der Barmbeker Beule angefahren werden kann, kam überhaupt eine Haltestelle in Barmbek-Nord in Betracht. Wenn unsere Bezirkspolitiker diese nun einfordern, sollen sie bitte auch begründen, warum diese teure Lösung für Barmbek-Nord so wichtig ist. Doch dazu schweigen sie stille. Die Gründe der Politiker sind also nicht für die Ohren der Bürger bestimmt.

Hartzlohplatz wäre nun die einzige Station der U5 von Bramfeld bis zum Hauptbahnhof, deren Sinn für die Anwohner sehr zweifelhaft ist, deren Bau in einer gewachsenen Wohngegend nicht nur die Anwohner stark belastet, sondern auch unwiderruflich wertvollen Baumbestand vernichtet und für die der Denkmalschutz für den Hartzlohplatz zuerst aufgehoben werden muss. Ungeklärt ist bisher, wie die jahrelangen Baustellenverkehre abgewickelt werden sollen, wo die benötigte sehr große Baustelleneinrichtungsfläche entstehen soll, und welcher Oberflächenzustand schließlich erreicht werden soll. Sinnvoll wäre ein Leitsystem, um Ortsfremde von und zu der versteckt gelegenen Station zu führen.

Wir erwarten, dass die geplante Veranstaltung nachvollziehbare Argumente und Antworten auf die vielen offenen Fragen liefern wird. Der Bezirk Nord hat diesmal endlich auch Senatsvertreter zur Anwesenheit aufgefordert!

Wir fordern, dass unsere politischen Vertreter von SPD und Grünen im Bezirk diesmal vor Ort in offizieller Mission anwesend sind. Auf dem Weg zur Helmuth Hübener Schule können sie sich dann gleich ein eigenes Bild von der gewünschten Haltestellenlage in Barmbek-Nord machen. Vielleicht sorgt das bei einigen für einen Aha-Effekt.

Noch zwei Varianten im Rennen – Entscheidung vor Weihnachten

Die Hochbahn hat bekanntgegeben, dass der U5-Lenkungskreis gestern beschlossen hat, noch vor Weihnachten (Update: am 21. Dezember) zwischen zwei verbliebenen Haltestellen- und Streckenvarianten zu entscheiden:

• Südvariante mit Haltestelle Hartzlohplatz

• Nordvariante mit Haltestelle Nordheimstraße

Hochbahn: „Mit der jetzt getroffenen Entscheidung werden die möglichen Haltestellenlagen Hartzloh West, Hartzloh Ost, Rümkerstraße und Rungestraße nicht weiter verfolgt.“

Die Zielsetzung der Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh wurde nicht erreicht. Daher kann uns der jetzige Planungsstand nicht zufrieden stellen. Wir werden die weiteren Planungsschritte sehr kritisch begleiten.

Unser Ziel ist und bleibt: Die U5 muss möglichst unter großen Straßen und öffentlichen Freiflächen, mit größtmöglichem Abstand zur Wohnbebauung geplant werden. Umwelt- und Sozialverträglichkeit müssen dabei gewährleistet sein. In der Bauphase und im Betrieb erwarten wir die Ausschöpfung aller technischen und planerischen Möglichkeiten für eine verträgliche Umsetzung – die bloße Einhaltung von Grenzwerten ist unzureichend angesichts eines Jahrhundertprojekts.

Mitte Dezember soll es zwei Veranstaltungen der Hochbahn zum aktuellen Planungsstand geben – am 13. Dezember zur Südvariante und am 14. Dezember zur Nordvariante.

Bürgerfragestunde: Keine Antworten sind auch Antworten

Wir haben die aktuelle Bürgerfragestunde in der Bezirksversammlung Nord genutzt, um SPD und Grüne nach den konkreten (!) Gründen zu fragen, die für die Forderung nach einer Haltestelle der U5 an der Südvariante sprechen. Warum ist der 200 Millionen Euro teure Umweg so wichtig für Barmbek-Nord? Fundierte Argumente sind nicht nur für die Planer und Entscheider wichtig, sondern auch für die betroffenen Menschen, um den Vorstoß der Politik zu verstehen.

„Bürgerfragestunde: Keine Antworten sind auch Antworten“ weiterlesen

Barmbeker Ratschlag positioniert sich zur U5

Gestern waren Vertreter unserer Bürgerinitiative zu Gast auf der Sitzung des Barmbeker Ratschlags. Wir hatten die Möglichkeit, ausführlich unseren Standpunkt zur U5-Planung darzulegen. Herr Boneß von der Hochbahn war als Beobachter vor Ort, konnte auf Nachfrage keine neuen Informationen zum aktuellen Stand der U5-Planung liefern. Eine Entscheidung, welche Streckenführung und welche Haltestelle gebaut wird, solle wahrscheinlich noch in diesem Jahr fallen. Diese Entscheidung treffe aber nicht die Hochbahn, sondern die Politik.

Nach unserem Kenntnisstand soll der U5-Lenkungskreis Ende November tagen und in dieser Sitzung die politische Entscheidung treffen.

Der Barmbeker Ratschlag hat als Ergebnis der U5-Arbeitsgruppe ein Positionspapier beschlossen, hier die wichtigsten Punkte (sinngemäß):

  • Der Ausbau des ÖPNV mit einer neuen U-Bahn wird begrüßt, der motorisierte Individualverkehr soll dadurch reduziert werden, was gut für Mensch und Umwelt sei.
  • Eine U5-Station im Stadtteil bedeute Mobilitätskomfort, aber auch eine „Aufwertung im Investoren.Sinn“ – also steigende Mieten, Verdrängung, Gentrifizierung…
  • Keine Festlegung, ob im „dicht bebauten Stadtteil“ oder „neben“ dem Stadtteil (Nordvariante/Nordheimstraße) eine U5-Station gewünscht wird.
  • Die Varianten Hartzloh-Ost und Rungestraße werde aufgrund zu starker Belastungen während der Bauphase abgelehnt.
  • Vor Baubeginn der U5 soll es eine realistische Einschätzung zur Umsetzung der gesamten Strecke geben, ein Baustopp nach dem ersten Abschnitt müsse vermieden werden.
  • Nach Abschluss der Bauarbeiten muss die Oberfläche ohne Nutzungsänderung mindestens in der ursprünglichen Form wiederhergestellt werden.