Barmbek-Nord von oben, oder: Der gesunde Menschenverstand spricht – Teil 1

Barmbek von oben (1): „Abschichtung“ Langenfort

Der gesunde Menschenverstand ist oft sehr hilfreich, wenn es um die Beurteilung von Projekten geht und die Überlegung, was zu tun ist. Auch bei der Betrachtung der bisherigen Planung der Trassierung und Haltestellenlagen der U5 hilft er ungemein weiter, der Blick „von oben“ auf das Projekt.

Man sieht sofort: Eine „Abschichtung“ der Stationen Langenfort ist nicht zu rechtfertigen, auch nicht mit den schönsten Statistiken. „Barmbek-Nord von oben, oder: Der gesunde Menschenverstand spricht – Teil 1“ weiterlesen

Hochbahn-Veranstaltung am 18.02.2017: Licht und Schatten

Update 24.02.2017: Links  hinzugefügt, Text präzisiert.
Update 21.02.2017: Zwei Bilder hinzugefügt, Text präzisiert.

Hochbahn Veranstaltung am 18.02.2017: Ein eigens angefertigtes stadtplanerisches Modell soll den Bürgern helfen, die Vor- und Nachteile der fünf noch in der Prüfung befindlichen Haltestellen-Standorte zu beschreiben. Schade, dass die „Baugruben“ nicht dreidimensional eingearbeitet sind.

Die Hochbahn lud ein, um über die verbliebenen Alternativ-Standorte zu informieren und den Barmbekern die Gelegenheit zum Gespräch zu geben. Das verteilte Protokoll des Bürgerdialogs vom 14.12.2016 zeigt deutlich die Meinung der Barmbeker, auch zu den Varianten Langenfort (siehe Seite 15 des Protokolls).

Hochbahn Veranstaltung am 18.02.2017: Wo ist der Langenfort?

Laut Hochbahn ist die Suche nach dem optimalen Standort der Haltestelle in Barmbek-Nord völlig ergebnisoffen und muss im Planfeststellungsverfahren bewiesen werden. Die Hochbahn wird eine Haltestelle empfehlen, die Entscheidung wird auf politischer Ebene gefällt. Politisch wird allein die Haltestelle Hartzloh-Ost favorisiert. „Hochbahn-Veranstaltung am 18.02.2017: Licht und Schatten“ weiterlesen

BI-Aktion am 18.02.2017: Ein Versuch, die Grenzen der Baugrube aufzuzeigen

Es war eine im Wortsinn augenöffnende Idee, mit Stoffbahnen zu zeigen, wie riesig der Bereich für die geplante Baugrube der U5-Haltestelle Hartzloh sein wird. Ein kühnes Unterfangen, wenn nur 20m Stoffbahnen zur Verfügung stehen, um eine bis zu 250m lange Baugrube darzustellen. (Auf dem Transparent wurde zugegebenermaßen ein wenig untertrieben.)

Gleichzeitig wurden die Menschen auf dem Wochenmarkt mit Informationen versorgt und befragt.

Die Aktion war nach zwei Stunden zu Ende, der Eindruck bleibt. Sollte die Haltestelle Hartzloh wie geplant gebaut werden, wird der Hartzloh zwischen Wochenmarktfläche und Bürgerhaus für mindestens 4-5 Jahre in wesentlich größerem Umfang abgesperrt werden…

Vielen Dank an unsere Aktivisten, die so lange in der Kälte durchgehalten haben, um auf den Irrsinn der Planung hinzuweisen!

Sollte die U5-Haltestelle Hartzloh wie geplant umgesetzt werden, wird an dieser Stelle bauzeitlich kein Plakat der Hochbahn mehr stehen können. Eventuell wird es noch einen schmalen Fußweg zwischen der Buchhandlung im Hintergrund und unserer Absperrung geben – für mindestens fünf Jahre.
Der Hartzloh vom Wochenmarkt aus gesehen. Bis hier wird die Baugrube für die Zugangsbauwerke etwa reichen. Wie viele Jahre die Baumaßnahmen für diesen Teilabschnitt der Baustelle dauern werden und wie lange der Verkehr auf der Fuhle beeinträchtigt oder gesperrt ist, wurde bislang nicht kommuniziert.
Passanten und Wochenmarktbesucher wurden über die Planungen informiert. Trotz der beiden 10m langen „Baustellenabsperrungen” der Aktivisten fiel es schwer, sich das gewaltige Ausmaß der geplanten Baustelle vorzustellen. Unsere Absperrungen waren nach zwei Stunden wieder verschwunden, an der Baustelle werden die Anwohner viele Jahre lang ihre „Freude“ haben.

Wohl und Wehe

Nach wie vor beteuert die Hochbahn, auf der Suche nach der bestmöglichen Haltestellenlage für Barmbek-Nord zu sein. Um die Vorzugsvariante Hartzloh zu stärken, wurde darum eine Task Force aus Hochbahn, Behörden (BWVI und BSW) und dem Bezirk gebildet, um Argumente zu finden, warum die Anbindung der nördlichen Fuhlsbüttler Straße ein positiver Aspekt und wichtig für das Allgemeinwohl ist.

Karte Langenfort West beim „Workshop“ der Hochbahn am 14.12.2016. Das politische Ziel für eine U5-Haltestelle ist gelb markiert, aktuell wird fieberhaft und „ergebnisoffen“ nach einer Haltestellenlage gesucht, die dieses Ziel erreicht. Gibt es wirklich keine anderen Ziele in Barmbek-Nord, die dem Allgemeinwohl dienen?

Ähnliche Aktivitäten zur Stärkung der anderen möglichen Standorte sind uns nicht bekannt.

Merke: Politische Ziele und Ergebnisoffenheit schließen sich aus.

Auffällig oft wird in jüngster Zeit von politischer Seite der Begriff „Allgemeinwohl“ bemüht, wenn es darum geht, unserem Widerstand zu argumentativ zu begegnen.

Die Auseinandersetzung mit der Frage des Allgemeinwohls wird uns in Bezug auf die Vorzugslösung in Form einer U5-Haltestelle Hartzloh noch viele Jahre begleiten. Denn der Beweis des Allgemeinwohls muss geführt werden, wenn die für den geplanten offenen Stationsbau notwendigen Enteignungen der Anwohner gerichtlich durchgesetzt werden sollen – siehe Artikel 14 (3) Grundgesetz.

Bevor sich die U5-Verantwortlichen damit auseinandersetzen, sollten sie nicht versäumen, mehr als nur einen Blick auf Artikel 1 Absatz 1 unseres Grundgesetzes zu werfen:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Die Art, wie bislang seitens Politik, Behörden und Hochbahn mit den lästigen Betroffenen des U5-Projekts umgegangen wird, empfinde ich als entwürdigend.