Barmbek-Nord von oben, oder: Der gesunde Menschenverstand spricht – Teil 1

Barmbek von oben (1): „Abschichtung“ Langenfort

Der gesunde Menschenverstand ist oft sehr hilfreich, wenn es um die Beurteilung von Projekten geht und die Überlegung, was zu tun ist. Auch bei der Betrachtung der bisherigen Planung der Trassierung und Haltestellenlagen der U5 hilft er ungemein weiter, der Blick „von oben“ auf das Projekt.

Man sieht sofort: Eine „Abschichtung“ der Stationen Langenfort ist nicht zu rechtfertigen, auch nicht mit den schönsten Statistiken.

Ein Blick von oben reicht, um festzustellen, dass im Langenfort:

  1. eine Anbindung der Fuhlsbüttler Straße möglich ist, sogar beide Seiten der Ringbrücke erreicht werden, nicht nur die „Geschäfte“ und Arbeitsplätze im nördlichen Teil.
  2. eine Anbindung der Schulen sehr gut möglich ist, ohne weite Fußwege für die Schüler des Gymnasiums und beider (!) Stadtteilschulen, sogar der Fraenkelstraße. Wenn man dann noch einen U-Bahn-Ausgang auf der Seite zur Alten Wöhr bauen würde, würden die Schüler sogar noch viel sicherer sein als vorher bei dieser sehr unübersichtlichen Kreuzung.
  3. die Neuerschließung sogar noch ein wenig höher ist als bei der Trassierung über die Hartzloh-Route.
  4. die Mehrfacherschließung nicht pauschal negativ bewertet werden darf, da alle davon betroffenen Menschen es sicherlich positiv sehen, mehrere Schnellbahnanschlüsse zur Auswahl zu haben. Verglichen mit Hartzloh Ost werden im Langenfort West etwa 3.000 Menschen mehr erreicht, davon 300 erstmalig und 2.700 mehrfach!
  5. die Busanbindung genauso gut ist wie bei der Trassierung über die Hartzloh-Route.
  6. die bauliche Ausführung der Haltestelle im Grünzug sowie die Trassierung viel weiter weg von der Wohnbebauung wären. Bei einem zusätzlich oberflächen- und möglichst setzungsarmen Bauverfahren wäre somit eine viel höhere Akzeptanz bei den Betroffenen möglich. Außerdem ist der Grünzeug relativ neu gemacht, es müssten keine (!) alten Bäume gefällt werden und alte Nachkriegs- und Jahrhundertwende-Bausubstanz wäre nicht massiv gefährdet.

Bitte schauen Sie von oben auf das Projekt.

Allein der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass die favorisierte Haltestelle Hartzloh-Ost als auch die Trassierung über die Hartzloh-Route absurd sind! Warum soll eine U-Bahn unter St. Gabriel und durch eine viel zu enge 30er-Wohnstraße gebaut werden direkt bis an die Häuserwände, wenn in unmittelbarer Umgebung bessere Trassierungs- und Haltestellenmöglichkeiten da sind? Und diese prüft man erst gar nicht näher? Das macht keinen Sinn!

Barmbek-Nord braucht eine U5 – das mag sein – aber bitte mit einer sinnvollen Planung, mit einer Trassierung, die unter großen Straßen erfolgt und einer Planung von Haltestellenlagen möglichst weit weg von der Wohnbebauung und mit einem Bauverfahren, das möglichst oberflächenschonend und setzungsarm ist. Schauen Sie von oben auf Barmbek-Nord: Das ist möglich!

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