Bezirksversammlung fordert Haltestelle in Barmbek-Nord – offener Brief an Thomas Domres

Herrn
Thomas Domres
Fraktionsvorsitzender
SPD-Bezirksfraktion Hamburg-Nord

Martinistraße 31/33
20251 Hamburg

10.11.2017

Bezirksversammlung Hamburg-Nord fordert Haltestelle in Barmbek-Nord

Sehr geehrter Herr Domres,

Sie setzen sich als Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion Nord für eine Haltestelle der U5 in Barmbek-Nord ein und fordern diesen Wunsch per Beschluss von der zuständigen Verkehrsbehörde ein. Auf der Homepage der SPD-Fraktion-Nord nehmen Sie dazu Stellung. Erlauben Sie uns bitte ein paar Anmerkungen:

Sie kritisieren, die Verkehrsbehörde würde durch die Untersuchung der kürzeren Nordvariante „grundlegende Eckpfeiler des U5-Projekts verschieben“. Wir können Ihnen anhand der bisher veröffentlichten Informationen versichern, dass eine „angemessene Erschließung Barmbek-Nords“ niemals Ziel der U5 Planung war. Die U5 soll vor allem die Metrobuslinien 5 und 6 entlasten. Daneben wurden Potentialgebiete ausgemacht: Im ersten Bauabschnitt sollen Bramfeld und Steilshoop endlich an das Schnellbahnnetz angeschlossen werden. Der große Umweg der Südvariante war einzig dem Versuch geschuldet, einen Umsteigebahnhof an der S-Bahn-­Station Rübenkamp zu ermöglichen. Nur aus diesem Grund wurde eine so weit südlich gelegene Haltestelle überhaupt in Erwägung gezogen.

Ihr Wunsch nach einer U5-Haltestelle zur Stärkung Barmbek-Nords ist prinzipiell nachvollziehbar, jedoch sollten Sie dann den Menschen auch erklären, wo und wie dies im eng bebauten Barmbek-Nord menschen-, umwelt- und sozialverträglich realisiert werden könnte. Leider haben Sie fast zwei Jahre verstreichen lassen, ohne sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung einzubringen, ohne mit den betroffenen Menschen zu sprechen und ohne ein offenes Ohr für die vielen Kritikpunkte und Sorgen zu haben. Es ist diese Ignoranz Ihrerseits, die „dem Engagement und den Interessen vieler Menschen nicht gerecht“ wird. Diesen Vorwurf sollten Sie sich also selber machen. Seit 2016 ging in der Tat sehr viel Vertrauen verloren – in die politischen Vertreter von SPD und Grüne.

Wenn Sie sich näher mit den bisherigen Untersuchungsergebnissen auseinandersetzen, werden Sie erkennen, wie komplex die Planung einer U-Bahn ist, und dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Solange die Untersuchungsergebnisse zur Nordvariante nicht vorliegen, ist es außerdem unseriös, wenn Herr Kleinow von der „befremdlichen“ Idee einer Haltestelle im „dünner besiedelten Randbereich“ spricht. Dass der Bezirk kein Interesse daran hat, möglichst viele Barmbeker mit der U5 zu erschließen, zeigt eine Präferenz für die in dieser Hinsicht mit Abstand schlechteste Haltestelle: Hartzloh-West.

Sie fordern von der Verkehrsbehörde, „über die wichtige Entscheidung der Trassierung der U5 Transparenz herzustellen.“ Aber wie Sie sehr gut wissen, ist diese Entscheidung noch gar nicht gefallen. Transparenz wurde seitens der Verkehrsbehörde über den Grund der Suchraumerweiterung bereits im Juli hergestellt. Wenn der Halt am Rübenkamp nicht sinnvoll ist, entfällt gleichzeitig die Notwendigkeit für den großen und sehr teuren Umweg über den Hartzloh. Diesen anzuschliessen war immer nur ein notwendiges Übel der Planung. Das sollte Ihnen bekannt sein.

Sie werden sehen, dass die Hochbahn wie geplant die Gründe für die noch zu treffende Entscheidung zur Trassierung in einer Öffentlichkeitsveranstaltung darlegen wird. Vielleicht werden Sie diesmal vor Ort sein, da diesmal auch Ihre Interessen betroffen sind?

Im Namen vieler hundert Barmbeker möchte die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh Sie und Ihre politischen Kollegen auffordern und dazu ermuntern, sich aktiv im Rahmen der Bürgerbeteiligung einzubringen, mit den Menschen vor Ort zu sprechen und ihnen zuzuhören. Auf politischer Ebene sollten Sie sich dafür einsetzen, dass eine gute und verträgliche Lösung für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Nord (!) gefunden wird. Und dafür, dass die Umsetzung, wie vom Senat versprochen, in jeder Hinsicht möglichst schonend geschieht. Wenn noch finanzieller Spielraum zur Verfügung steht, so muss dieser zuallererst dafür genutzt werden, wirklich alle technischen und planerischen Möglichkeiten auszunutzen, um sowohl Bau- als auch Betriebsphase der U5 so verträglich wie nur möglich zu gestalten. So können Sie verlorenes Vertrauen zurückholen und die Akzeptanz für dieses Jahrhundertprojekt in der Bevölkerung verbessern.

Mit freundlichen Grüßen
Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.