Erklärung: St. Gabriel und die U5 Planung

Der Kirchengemeinderat von Sankt Gabriel hat eine am 13.07.2017 einstimmig beschlossene Erklärung zum Bau der U5 veröffentlicht. Zentrale Aussage ist die Forderung an die Verantwortlichen in Politik und Hochbahn nach einer umwelt- , natur- und menschenschonende Planung und Umsetzung der U5.

Hochbahn untersucht kürzere und schnellere U5 Trassierung

Grafik: Hochbahn

Heute hat die Hochbahn die zusätzliche Untersuchung einer direkten Trassierung der U5 von Steilshoop zur Sengelmannstraße bekanntgegeben. Im Bereich der Nordheimstraße könnte eine Haltestelle für Barmbek-Nord liegen. Aktuelle Verkehrsmodellrechnungen haben gezeigt, dass eine Umsteige-Haltestelle Rübenkamp nicht die Werte liefert, die den notwendigen teuren Umweg nach Süden rechtfertigen.

Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh begrüßt diese Entscheidung des Lenkungskreises, zu viele negative Aspekte zeigten sich bei der Verfolgung der Südvariante. Von Anfang an haben wir betont, wie wichtig es ist, bei einem solchen Jahrhundertprojekt flexibel zu bleiben und in alle Richtungen zu denken. Wir halten es für einen Fehler der Hochbahn, die Bürgerbeteiligung auf den von Planern vorgegebenen Rahmen beschränken zu wollen. Gerade bei einer solchen vielschichtigen Planung können Anregungen der „Fachleute vor Ort“ wertvolle Hinweise liefern um die laufenden Planungen immer wieder zu hinterfragen. Das mag ein schwieriger Weg sein, aber der leichte Weg führt selten zum besten Ergebnis. Und manchmal stellt sich der kürzere Weg als sinnvoller heraus.

Das geplante Bauverfahren mit offenen Baugruben halten wir weiterhin für kritisch und zu belastend, auch im Hinblick auf die weitere Streckenführung durch eng bebaute Stadtteile. Wir sind sehr gespannt, ob jetzt ein Umdenken stattfindet, dass sich auch in der Form der Bürgerbeteiligung niederschlägt. Davon kann Hamburg nur profitieren.

 


Infoseite der Hochbahn zur aktuellen U5-Planung

Hamburger Abendblatt vom 15. Juli 2017
BILD Hamburg vom 15. Juli 2017

Stellungnahme statt Vorfreude

Stellungnahme der Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh zum Artikel „Vorfreude auf die neue U5“ in der aktuellen Sommer-Ausgabe der Zeitschrift Barmbek live.

Update 18.07.2017: Verantwortlichkeit für den Artikel im Text geändert, Zusmmenfassung der Stellungnahme der IG Fuhle am Ende des Artikels angefügt. Alle Änderungen sind im folgenden Text kursiv gesetzt.

„Stellungnahme statt Vorfreude“ weiterlesen

Das Schweigen im Walde

Wir haben jetzt Ende Mai 2017.

Was haben wir, betroffene BürgerInnen im Hartzloh-Viertel, in den letzten Monaten (seit Mitte Februar 2017!) von der Hochbahn und den behördlich und politisch Projektverantwortlichen vernommen?

Nichts oder nichtssagende Aussagen („zum jetzigen Zeitpunkt der Planung können wir noch nichts sagen“ ….)

Welche Fragen wurden seit Mitte Februar 2017 von der Hochbahn und den behördlich und politisch Projektverantwortlichen beantwortet?

Keine!

Was bedeutet für die Hochbahn und die behördlich und politisch Projektverantwortlichen „Bürgerbeteiligung“?

Schweigen!

Damit müssen wir leben, wir werden dieses aber garantiert nicht hinnehmen!

 

Offener Brief
Bürgerbeteiligung trägt Früchte, nun herrscht Schweigen?

Sehr geehrter Herr Scholz, sehr geehrter Herr Falk, sehr geehrter Herr Rieckhof,

die Bürger erwarten bei der Planung der U5 eine Prüfung wirklicher Alternativen. Viele Vorschläge wurden im Rahmen der Bürgerbeteiligung und über den Rahmen hinaus erarbeitet. Der Wille einer Berücksichtigung in der Planung ist nicht erkennbar, die aktuelle Situation erinnert an das berühmte „Aussitzen“. Haben Sie so viel Angst vor dem gesunden Menschenverstand Ihrer Bürger, dass Sie jetzt nur noch schweigen können?

Die Festlegung auf das gewählte Bauverfahren war voreilig, die als Begründung genannten Kostenvorteile beruhen auf Schätzungen (bis heute ohne Grundlage!), ein Vergleich mit erprobten Bauverfahren wie z.B. Twin-Level (Barcelona) fehlt.

Der willkürliche Ausschluss sinnvoller Haltestellenlagen in Barmbek-Nord (Beispiel: Langenfort) ist nicht vermittelbar und stellt das gesamte statistische Bewertungsverfahren in Frage!

Was ist mit anderen denkbaren Optionen? Nachvollziehbare Stellungnahmen zu ernstzunehmenden Alternativvorschlägen von BürgerInnen aus dem Hartzloh-Viertel stehen nach wie vor aus.

Angesichts der teilweise existenzbedrohenden Planung der U5 beteiligen sich die Bürger, engagiert und frühzeitig, so wie es vom Senat befürwortet wird. Anstatt dieses Engagement zu schätzen und Synergieeffekte für eine bessere Planung zu nutzen, werden kritische Informationen zurückgehalten, Alternativlosigkeit suggeriert und Risiken verharmlosend dargestellt. Nun Schweigen.

Warum?

Mit freundlichen Grüßen
Claudia und Robert Lindenau

U5: Warum Widerstand?

EIN KONZEPT FÜR DEN AUSBAU DES ÖFFENTLICHEN NAHVERKEHRS IST ÜBERFÄLLIG !

Seit Beginn der Ölkrise Anfang der Siebziger Jahre stagniert der Ausbau des ÖPNV in Hamburg. Es gibt nach wie vor keinen Generalplan, jede Regierung möchte eigene Ideen verwirklichen, die Ideen der Vorgänger stehen nicht zur Diskussion. Aktuell wird vom Senat der Bau einer neuen U-Bahn-Linie U5 geplant, die zum Ziel hat die Buslinien 5+6 links und rechts der Alster zu entlasten, sowie Bramfeld und Steilshoop den lange versprochenen Schnellbahnanschluss zu bescheren. Außerdem soll der Hamburger Westen bis zum Osdorfer Born erschlossen werden, dort wird aktuell nach der besseren Strecke gesucht. Alle diese Ziele sollen durch den Bau einer etwa 30km langen U5 erreicht werden. Die Bauzeit wird etwa 20 Jahre betragen, die Gesamtkosten dürften mindestens 5 Milliarden Euro betragen.

Warum dieser Widerstand? „U5: Warum Widerstand?“ weiterlesen

BI gegen Thor Steinar

Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh unterstützt ausdrücklich die einstimmige Resolution des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg-Hohenfelde vom 20.3.2017 gegen den neuen Treffpunkt der rechten Szene in Barmbek.

Auch die BI sieht in Läden wie der Filiale der sogenannten „Nordic Company 1999“ in der Fuhlsbüttler Straße 257 einen Bezugspunkt der Neo-Nazi-Szene, der dazu beiträgt ein menschenverachtendes und antiliberales Weltbild zu verbreiten.

Daher unterstützt die BI den friedlichen Protest gegen jegliches rechtsradikales Gedankengut und fordert die Politik zu Maßnahmen zur Schließung dieses sogenannten Bekleidungsgeschäftes auf.

Eine ökonomische Alternative die erhebliche Kosteneinsparungen und minimale Oberflächenstörungen bietet.

Was sollen wir Bürger seit dem ersten Bürgerdialog lernen und verstehen?

Es gibt nur die offene Bauweise! Alles andere sei technisch nicht möglich etc.

Warum? Keine Alternative? Doch! Schauen wir dochmal nach Barcelona, Twin-Level-Tunnel heißt die Lösung:

Liebe Hochbahn und alle Interessierten, schaut euch mal diesen Artikel an.

Wohl und Wehe

Nach wie vor beteuert die Hochbahn, auf der Suche nach der bestmöglichen Haltestellenlage für Barmbek-Nord zu sein. Um die Vorzugsvariante Hartzloh zu stärken, wurde darum eine Task Force aus Hochbahn, Behörden (BWVI und BSW) und dem Bezirk gebildet, um Argumente zu finden, warum die Anbindung der nördlichen Fuhlsbüttler Straße ein positiver Aspekt und wichtig für das Allgemeinwohl ist.

Karte Langenfort West beim „Workshop“ der Hochbahn am 14.12.2016. Das politische Ziel für eine U5-Haltestelle ist gelb markiert, aktuell wird fieberhaft und „ergebnisoffen“ nach einer Haltestellenlage gesucht, die dieses Ziel erreicht. Gibt es wirklich keine anderen Ziele in Barmbek-Nord, die dem Allgemeinwohl dienen?

Ähnliche Aktivitäten zur Stärkung der anderen möglichen Standorte sind uns nicht bekannt.

Merke: Politische Ziele und Ergebnisoffenheit schließen sich aus.

Auffällig oft wird in jüngster Zeit von politischer Seite der Begriff „Allgemeinwohl“ bemüht, wenn es darum geht, unserem Widerstand zu argumentativ zu begegnen.

Die Auseinandersetzung mit der Frage des Allgemeinwohls wird uns in Bezug auf die Vorzugslösung in Form einer U5-Haltestelle Hartzloh noch viele Jahre begleiten. Denn der Beweis des Allgemeinwohls muss geführt werden, wenn die für den geplanten offenen Stationsbau notwendigen Enteignungen der Anwohner gerichtlich durchgesetzt werden sollen – siehe Artikel 14 (3) Grundgesetz.

Bevor sich die U5-Verantwortlichen damit auseinandersetzen, sollten sie nicht versäumen, mehr als nur einen Blick auf Artikel 1 Absatz 1 unseres Grundgesetzes zu werfen:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Die Art, wie bislang seitens Politik, Behörden und Hochbahn mit den lästigen Betroffenen des U5-Projekts umgegangen wird, empfinde ich als entwürdigend.