U5-Nordvariante: Schneller, kürzer, preiswerter?

Nachdem die Hochbahn am 14. Juli 2017 die Untersuchung einer kürzeren U5-Nordvariante bekanntgegeben hat, erscheint die bisher untersuchte Südvariante in einem neuen Licht: Allein der mehr als einen Kilometer lange Umweg nach Süden bedeutet nicht nur enorme Mehrkosten von etwa 200 Millionen Euro beim Bau der U5, sondern auch eine tägliche Fahrzeitverlängerung und deutlich höhere Unterhaltskosten. Bedacht werden muss bei allen individuellen Wünschen, dass die Förderfähigkeit der U5 – und damit die Realisierung des gesamten Projekts – mit Einsparungen in dieser Größenordnung stehen und fallen kann.

Im Moment hält die Hochbahn eine Station in der Nordheimstraße für möglich. Platz zum bauen und Anschluss an die Buslinien ist dort augenscheinlich reichlich vorhanden, die Neuerschließungszahlen dürften auf ähnlichem Niveau liegen wie weiter südlich. Eine U5-Haltestelle an dieser Stelle wird eine Aufwertung für diesen Teil Bambek-Nords bedeuten und eine Wohnungsbau-Offensive auf den bestehenden Freiflächen nach sich ziehen. Der Wohnungsbau an Magistralen ist zur Zeit ein großes Thema in Hamburg, hier ist sehr viel Entwicklungspotential vorhanden.

Da dem Hartzloh aufgrund des extrem engen Straßenquerschnitts nur noch geringe Realisierungschancen bescheinigt werden, entfällt die bisherige Vorzugsvariante im Süden. Die Hochbahn prüft nun, ob eine der verbliebenen Alternativen den Luxuszuschlag im Vergleich zur Nordheimstraße wert sein könnte. Die endgültige Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen, alle bisherigen Varianten sind weiterhin im Rennen.

U5-Nordvariante: Schneller, kürzer, preiswerter? | Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Databas License (ODbL)

Stellungnahme statt Vorfreude

Stellungnahme der Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh zum Artikel „Vorfreude auf die neue U5“ in der aktuellen Sommer-Ausgabe der Zeitschrift Barmbek live.

Update 18.07.2017: Verantwortlichkeit für den Artikel im Text geändert, Zusmmenfassung der Stellungnahme der IG Fuhle am Ende des Artikels angefügt. Alle Änderungen sind im folgenden Text kursiv gesetzt.

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„Wir sind die Hochbahn – was wir ankündigen, machen wir auch.“

Mit diesen Worten wird Hochbahn-Chef Henrik Falk heute zitiert.

Artikel in der WELT vom 20.06.2017

Lieber Herr Falk, auch wenn Sie jetzt vielleicht lachen: Das werden wir zu verhindern wissen.

Leider nicht im Rahmen der sogenannten „Bürgerbeteiligung“, denn der dabei von der Hochbahn vorgegebene Rahmen und die zugrundeliegende Denkweise sehen kein Infragestellen der grundsätzlichen Planung vor – hier wird eine große Chance vertan. Durch die viel zu späte Information über die Planung können Bedenken und Vorschläge zur Verbesserung nicht mehr berücksichtigt werden, ohne den Zeitplan zu gefährden. So wird der Grundgedanke des Beteiligungsverfahrens schon zu Beginn abgelehnt und mit großem Aufwand eine Beschäftigungsveranstaltung nach der anderen für die Bürger organisiert, um derweil in Ruhe die Vorentwurfsplanung zu beenden.

Herr Falk: Diese Form der Bürgerbeteiligung als „Paradebeispiel“ zu bezeichnen, ist zynisch. Eine falsche Planung wird nicht dadurch besser, dass man sich unerwünschten Argumenten verschließt. Diese falsche Grundhaltung wird sich rächen, und am Ende des Tages werden Sie dafür verantwortlich sein. Das wird auch schmerzhaft für die vielen tausend Hamburger, die darauf vertrauen, dass die Hochbahn – dass Sie – mit der U5 ein Jahrhundertprojekt umsetzen wollen.

Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Planung, damit es nicht am Ende heißen muss: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

Resistance is not futile!

Unser BI Treffen am 27.04.2017
Fazit: Liebe Hochbahn, liebe Politiker – So nicht!

Es war wieder ein sehr spannender und produktiver Abend mit mehr als 40 BarmbekerInnen, die sich für unseren lebenswerten Stadtteil stark machen!

Vielen Dank für Euren unermüdlichen Einsatz!

An diesem Abend haben wir viele neue Projekte beschlossen, die wir nun in die Tat umsetzen werden. Freut Euch auf spannende Monate im Einsatz für unseren Kiez! 🙂

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Fazit: Liebe Hochbahn, liebe Politiker – So nicht!“
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U5: Warum Widerstand?

EIN KONZEPT FÜR DEN AUSBAU DES ÖFFENTLICHEN NAHVERKEHRS IST ÜBERFÄLLIG !

Seit Beginn der Ölkrise Anfang der Siebziger Jahre stagniert der Ausbau des ÖPNV in Hamburg. Es gibt nach wie vor keinen Generalplan, jede Regierung möchte eigene Ideen verwirklichen, die Ideen der Vorgänger stehen nicht zur Diskussion. Aktuell wird vom Senat der Bau einer neuen U-Bahn-Linie U5 geplant, die zum Ziel hat die Buslinien 5+6 links und rechts der Alster zu entlasten, sowie Bramfeld und Steilshoop den lange versprochenen Schnellbahnanschluss zu bescheren. Außerdem soll der Hamburger Westen bis zum Osdorfer Born erschlossen werden, dort wird aktuell nach der besseren Strecke gesucht. Alle diese Ziele sollen durch den Bau einer etwa 30km langen U5 erreicht werden. Die Bauzeit wird etwa 20 Jahre betragen, die Gesamtkosten dürften mindestens 5 Milliarden Euro betragen.

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Barmbek-Nord von oben, oder: Der gesunde Menschenverstand spricht – Teil 1

Barmbek von oben (1): „Abschichtung“ Langenfort

Der gesunde Menschenverstand ist oft sehr hilfreich, wenn es um die Beurteilung von Projekten geht und die Überlegung, was zu tun ist. Auch bei der Betrachtung der bisherigen Planung der Trassierung und Haltestellenlagen der U5 hilft er ungemein weiter, der Blick „von oben“ auf das Projekt.

Man sieht sofort: Eine „Abschichtung“ der Stationen Langenfort ist nicht zu rechtfertigen, auch nicht mit den schönsten Statistiken. „Barmbek-Nord von oben, oder: Der gesunde Menschenverstand spricht – Teil 1“ weiterlesen

Wohl und Wehe

Nach wie vor beteuert die Hochbahn, auf der Suche nach der bestmöglichen Haltestellenlage für Barmbek-Nord zu sein. Um die Vorzugsvariante Hartzloh zu stärken, wurde darum eine Task Force aus Hochbahn, Behörden (BWVI und BSW) und dem Bezirk gebildet, um Argumente zu finden, warum die Anbindung der nördlichen Fuhlsbüttler Straße ein positiver Aspekt und wichtig für das Allgemeinwohl ist.

Karte Langenfort West beim „Workshop“ der Hochbahn am 14.12.2016. Das politische Ziel für eine U5-Haltestelle ist gelb markiert, aktuell wird fieberhaft und „ergebnisoffen“ nach einer Haltestellenlage gesucht, die dieses Ziel erreicht. Gibt es wirklich keine anderen Ziele in Barmbek-Nord, die dem Allgemeinwohl dienen?

Ähnliche Aktivitäten zur Stärkung der anderen möglichen Standorte sind uns nicht bekannt.

Merke: Politische Ziele und Ergebnisoffenheit schließen sich aus.

Auffällig oft wird in jüngster Zeit von politischer Seite der Begriff „Allgemeinwohl“ bemüht, wenn es darum geht, unserem Widerstand zu argumentativ zu begegnen.

Die Auseinandersetzung mit der Frage des Allgemeinwohls wird uns in Bezug auf die Vorzugslösung in Form einer U5-Haltestelle Hartzloh noch viele Jahre begleiten. Denn der Beweis des Allgemeinwohls muss geführt werden, wenn die für den geplanten offenen Stationsbau notwendigen Enteignungen der Anwohner gerichtlich durchgesetzt werden sollen – siehe Artikel 14 (3) Grundgesetz.

Bevor sich die U5-Verantwortlichen damit auseinandersetzen, sollten sie nicht versäumen, mehr als nur einen Blick auf Artikel 1 Absatz 1 unseres Grundgesetzes zu werfen:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Die Art, wie bislang seitens Politik, Behörden und Hochbahn mit den lästigen Betroffenen des U5-Projekts umgegangen wird, empfinde ich als entwürdigend.

Hamburg.de – Hartzloh steht fest und Kostenschätzung liegt vor

UPDATE 15.01.2017: Das Hamburger Abendblatt berichtete am 13.01.2017 darüber, dass Rot-Grün das Tempo bei der U5 Planung erhöhen will – im Westen Hamburgs sollen nur noch drei von bislang sieben Trassen geprüft werden. Interessant ist die dazugehörige Grafik: Für Barmbek-Nord ist eine unbenannte Haltestelle eingezeichnet anstelle des Hartzloh. Die Position liegt auch nicht mehr an der Fuhlsbüttler Straße, sondern etwa bei der Variante Rungestraße – dort ist seit den 60er Jahren bereits eine U-Bahn-Station im Flächennutzungsplan vorgesehen. Als Quelle für die Grafik wird die Hochbahn angegeben. Zum ersten Mal seit einem Jahr wird in der Presse nicht mehr der Hartzloh als „gesetzte“ Station angegeben. Das ist bemerkenswert.

UPDATE 13.01.2017: Das Hamburg Journal berichtete gestern von den U5-Plänen des rot-grünen Senats. Auch in diesem Bericht kein Hinweis auf eine ergebnisoffene Prüfung alternativer Haltestellenlagen in Barmbek-Nord – die eingeblendete Karte zeigt weiterhin die Wunschstrecke des Senats als Stand der Dinge. 

UPDATE 11.01.2017: Das Wochenblatt berichtet heute, dass ab morgen weitere Probebohrungen geplant sind. Da von den fünf noch geprüften Varianten nur die Rümkerstraße eine andere Streckenführung benötigt, dürften entlang dieser Trasse die Bohrstellen liegen. Spannend bleibt die Frage, ob die Hochbahn die Trasse für eine mögliche Station Rümkerstraße wirklich auf dem kürzesten Weg quer durch das Quartier21 Richtung Rübenkamp plant, wie am 14.12.2016 vorgestellt. Nicht, dass sich dort auch noch eine Bürgerinitiative bildet…

Es ist schon bemerkenswert, was man auf der offiziellen Homepage der Stadt Hamburg auf www.hamburg.de/u5/ lesen kann!

Im Gegensatz zu der Haltestellenlage in Steilshoop herrscht in Barmbek-Nord also Klarheit bzgl. der Trassenführung und Haltestellenlagen? Haben wir etwas verpasst?

„Mehr Klarheit gibt es auf dem weiteren Weg der Trasse, die über die Straße Hartzloh und den Rübenkamp in Barmbek-Nord bis zur schon bestehenden U1-Haltestelle Sengelmannstraße führt. Die vorläufige Endstation soll der New-York-Ring in der City Nord sein. Fest steht auch, dass die neue Haltestelle am Rübenkamp mit dem bestehenden S-Bahnhof verbunden wird.“

Interessant auch, dass die Hochbahn nun doch Kostenschätzungen herausgibt – die sollten doch frühestens in einem Jahr vorliegen?

„Die Baukosten für den Teilabschnitt schätzt die Hochbahn auf mindestens 600 Millionen Euro.“

Diese Kostenschätzung existiert nun offiziell, während die Hochbahn diesbezüglich bislang gemauert hat (nach mehreren Anfragen zu dem „voraussichtlichen Kostenrahmen“ der untersuchten Varianten, auf den in der Machbarkeitsuntersuchung verwiesen wird: Antwort der Hochbahn vom 7. November 2016):

„Über die Erstellung eines Kostenvergleichs verschiedener Varianten der U5 Ost wird erst dann entschieden, wenn sich herausstellt, dass die Kosten für einen Variantenvergleich entscheidungserheblich sein können. Ein Kostenrahmen für die Gesamtmaßnahme kann erst dann erstellt werden, wenn feststeht, welche Variante zur Planfeststellung beantragt werden soll. Wie Sie wissen, ist für den Stadtteil Barmbek-Nord die Variantenuntersuchung der Haltestellenlagen noch nicht abgeschlossen.

Daher können wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keinen Kostenrahmen nennen, da es diesen schlichtweg noch nicht gibt.“

Die Glaubwürdigkeit der Hochbahn ist komplett verlorengegangen.

Bürgerdialog und Bürgerfragestunde: Erstes Fazit

Der Bürgerdialog am 14.12.2016

Die von der Hochbahn vorgetragenen Argumentationsketten sind leider nicht schlüssig und zeigen uns, dass die bisherige Planung an Kriterien festgemacht wird, die aus unserer Sicht keiner verkehrlichen und stadtplanerischen Notwendigkeit standhalten. Das vorgebrachte Hauptkriterium, die Anbindung an die Hochtief-Zentrale und die damit verbundenen Arbeitsplätze, ist ein Kriterium, das auf keinen Fall ein derartiges Großprojekt mit den damit verbundenen Kosten und vor allem Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt rechtfertigt. Wer hat wann dieses Kriterium aus welchem Grund festgelegt?

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