SPD und GRÜNE und die U-Bahn an der Fuhle: U3 statt U5

SPD und Grüne haben am 18.01.2018 in der Bezirksversammlung einen neuen Antrag eingebracht und beschlossen. Nachdem die zuvor geforderte Südvariante der U5 vom Lenkungskreis abgelehnt wurde, besinnt man sich auf die Ergebnisse der Konzeptstudie aus 2014. Damals wurde auch die Möglichkeit betrachtet, eine zusätzliche Haltestelle der U3 an der Fuhlsbüttler Straße zu bauen. Diese Idee soll nun wieder aufgegriffen werden, um „diese andere Option zur Anbindung des zentralen Barmbek-Nords an das Schnellbahnnetz zu prüfen.“

Schutzgüter Mensch und Umwelt sind politisch nicht relevant?

Fast der gesamte Absatz aus der Konzeptstudie wird als positive Aussage zitiert – ausgelassen wurden alle negativen Punkte, die jedoch für ein vollständiges Bild wichtig sind:

  • Diese Haltestelle erzeugt „umfangreiche Doppelerschließungen mit den angrenzenden Haltestellen Habichtstraße, Alte Wöhr und U/S Barmbek.“ Ohne diese wichtige Information könnte der Eindruck entstehen, Barmbek-Nord wäre mit Schnellbahnanschlüssen unterversorgt. Eine zusätzliche Haltestelle kann natürlich sinnvoll sein, aber die von Martina Koeppen, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, erhofften „viele weitere 10.000 Menschen“ die eine Haltestelle an dieser Stelle erreichen soll, sind leider nicht realistisch.
  • Die bauliche Machbarkeit scheint gegeben, „ist aber aufgrund der räumlichen Nähe zur Wohnbebauung und des vorhandenen Baumbestands mit Risiken hinsichtlich der Schutzgüter Mensch (Einhaltung Lärmschutz) und Umwelt verbunden.“
  • Und weiter: „Es wird daher empfohlen, die Realisierung einer Haltestelle Fuhlsbüttler Straße zunächst nicht weiter zu verfolgen.“

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh ist für den Ausbau des ÖPNV. Es war vorhersehbar, dass die Idee der U3-Haltestelle an der Fuhle irgendwann wieder aufgegriffen wird. Im Vergleich zur ursprünglichen U5-Planung im Hartzloh erscheinen die dort notwendigen Belastungen in der Bauphase gering, absolut betrachtet jedoch bestimmt nicht einfach für die Anwohner. Hier müssen aber vertiefende Planungen abgewartet werden, um eine fundierte Bewertung abgeben zu können.

Der Schutz von Mensch und Umwelt gehört leider zu den Aspekten, die von SPD und Grüne im Bezirk eher abschätzig betrachtet werden. Wir mussten sehr viel Aufklärungsarbeit leisten, bis SPD und Grüne im Bezirk Nord nach sehr langer Befürwortung letzten Endes doch den Bau einer U5-Station im Hartzloh als zu belastend abgelehnt haben. Aber wirklich wichtig scheinen für die rot-grünen Bezirkspolitiker nur unbenannte „städtebauliche Gründe“ zu sein, so dass es weiterhin bei den Bürgern liegt, ihre Interessen selber im Auge zu behalten und zu vertreten, um nicht als Bauernopfer in einem politischen Spiel mit Investoreninteressen zu enden.

Das Barmbeker Wanderzentrum

Zwei Dinge wollen SPD und Grüne mit Ihrem neuen Antrag erreichen, einer davon ist eine bessere Anbindung von Barmbek-Nord. Für die Politiker gehört dazu immer die Anbindung des Stadtteilzentrums an die U-Bahn. Dieses befand sich nach dem Glauben vieler Einheimischer rund um den Barmbeker Bahnhof, wurde jedoch von Rot-Grün just dort verortet, wo die U5 hin sollte: nördlich der Ringbrücke am Hartzloh. Christopher Leineweber, für die SPD im Bezirk Nord unter anderem im Stadtentwicklungsausschuss tätig, bedauerte nach der Entscheidung für die Nordvariante auf der Facebookseite der Hochbahn, dass die „einmalige Chance das Zentrum von Barmbek-Nord an das U-Bahnnetz anzuschließen“ vertan wurde. Dieses Zentrum liege „rund ums Bürgerhaus“ im Hartzloh. Diese Ansicht teilen SPD und Grüne in ihrem Antrag, betrachten aber nun die Fuhle als „zentrale Achse“ von Barmbek-Nord. Entlang dieser Achse lässt sich nämlich einen Kilometer südlich des Hartzloh ein neues Zentrum entdecken, diesmal an der U3-Brücke über die Fuhle – Barmbek-Nord hat demnach ein politisches Wanderzentrum: Es liegt immer genau dort, wo es gerade benötigt wird.

Die Frage der Kompetenz

Das zweite Ziel des Antrags lautet, den Bau der U5 sicherzustellen. Dafür sind Zuschüsse vom Bund nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) notwendig, die etwa die Hälfte der Baukosten abdecken sollen. Die Vorgaben für diese Förderung werden jedoch als „Fehlgewichtung“ kritisiert, weil die Neuerschließung angeblich nicht hoch genug gewichtet würde. Diese Kritik ist nicht nachvollziehbar, da SPD und Grüne im Bezirk immer die Haltestellenlagen mit den schlechtesten Erschließungszahlen gefordert hatten: zuerst die Vorzugsvariante Hartzloh-Ost, später die von der SPD im Oktober als „Friedensangebot“ an die Bürger vorgeschlagene Alternative Hartzloh-West mit der geringsten Neuerschließung aller Varianten. Die letztlich vom Lenkungskreis ausgewählte Haltestelle Nordheimstraße hat im Vergleich zu Hartzloh-Ost eine um 25% höhere Neuerschließung und eine um 65% niedrigere unerwünschte Doppelerschließung. SPD und Grüne im Bezirk sollten wissen, dass schlechte Erschließungszahlen die Förderfähigkeit und somit die gesamte U5 gefährden.

Die Antragsteller kritisieren, dass „sich der Lenkungskreis entgegen der fachlichen und politischen Einschätzung der Bezirksämter Wandsbek und Hamburg-Nord sowie der Bezirksversammlung Hamburg-Nord und unter Vernachlässigung der stadtentwicklungspolitischen Bedeutung einer Station mitten in Barmbek-Nord im Rahmen der Planung zur U5 gegen einen Halt „Hartzlohplatz“ entschlossen hat“, wie es im Antrag heißt. Hier wird also ohne fundierte Begründung dem U5-Lenkungskreis von politischer Seite die Kompetenz abgesprochen, obwohl gerade die Entscheidung des Lenkungskreises für die Nordvariante maßgeblich dazu beigetragen hat, die Finanzierung und somit den Bau der U5 sicherzustellen.

In einer Stellungnahme der BWVI zum vorherigen Antrag von SPD und Grüne, die eine Südvariante zur Not auch ohne den Umsteigebahnhof Rübenkamp forderten, musste die Behörde das Offensichtliche klarstellen: „Die Umsteigemöglichkeit an der Haltestelle Rübenkamp ist ein bedeutendes Argument für die Südvariante und daher für diese fest vorgesehen.“ Denn die Barmbeker Beule wird nur für den Weg zum Rübenkamp benötigt. Die Umsteigezahlen am Rübenkamp wurden jedoch mit nur 3.460 Umsteigern werktäglich prognostiziert, im Vergleich zu 15.130 Umsteigern an der Sengelmannstraße. Dass diese Umsteigerzahlen nicht U-Bahn-würdig sind und schon gar nicht ein Drittel der Gesamtbaukosten der U5-Ost wert sind, sollte eigentlich auch den Antragstellern einleuchten.

Die Belange der Menschen und die politische Realität

Es spricht überhaupt nichts dagegen, den Bau einer zusätzlichen U3-Haltestelle zu prüfen. Es spricht wenig dafür, die Hochbahn daran zu erinnern, an der Nordheimstraße die Ausgänge auf der Fuhle-Seite nicht zu vergessen. Es spricht nicht für die Antragsteller, Fachleute zu diskreditieren und eigene fachliche Kompetenz vorzuschützen. SPD und Grüne im Bezirk haben die vom Bau der U5 betroffenen Menschen nie ernst genommen, nie unterstützt, waren nicht diskussionsbereit und haben nur eigene verschleierte Interessen vertreten – das werden die Menschen nicht vergessen.

Wenn nun die U3-Haltestelle an der Fuhle geprüft wird, bleibt zu hoffen, dass die Hochbahn den Schutz der Anwohner und der Umwelt beim Bau und im Betrieb bestmöglich berücksichtigt. Die Bedenken der Hochbahn von 2014 verschwinden nicht, nur weil diese im Antrag von SPD und Grüne verschwiegen werden. Eine solche politische Haltung ist schon lange nicht mehr zeitgemäß.

Hallo liebe Leute der BI Lebenswerter Hartzloh, liebe Nachbarschaft im Hartzlohviertel

Ein ereignisreiches Jahr liegt nun hinter uns und nimmt mit der nun feststehenden U5-Haltestelle Nordheimstraße und der Nordvariante ein positives Ende, was vor nicht all zu langer Zeit kaum jemand erwarten konnte.

Viele von uns haben fair gestritten, um für Mensch und Umwelt eine vernünftige Lösung zu erhalten.

Die unzähligen Briefe, die geleistete Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die vielen Gespräche mit den Wochenmarkthändlern und den Marktbesuchern haben es erst ermöglicht, eine öffentliche Wahrnehmung im Stadtteil zu erzielen. Die Liste ließe sich noch unendlich weiterführen.

Kurz um DANKE an alle, die sich für die vernünftige Lösung eingesetzt haben und die Nerven und Mut hatten, mit viel Engagement – mal laut, mal leise – den Sinn bzw. Unsinn der Haltestellenlage zu verdeutlichen. Es haben die Anwohner deutlich gezeigt, dass es möglich ist, etwas Negatives ins Positive zu kehren. Dies trotz der heftigen Gegenwehr von so einigen Bezirksabgeordneten, die sich nicht zu schade waren, Anträge gegen die Nordvariante zu verfassen, und selber die entsprechenden Veranstaltungen der Hochbahn oder Sitzungen der Bürgerinitiative und damit auch die direkte Aussprache mit den Anwohnern vermieden und sich so versuchten, der wichtigen Fragen der Anwohnerschaft zu entziehen. Die Kritik an diesem Weg gelangte DANK der Zivilcourage von Leuten aus der BI sehr wohl an die Öffentlichkeit und wurde im Stadtteil bekannt.

Trotz all dem Ärger haben die Anwohner zeigen können, dass es möglich ist, demokratisch und fair in Form einer sachlichen Beteiligung positiv zu beeinflussen, was zuvor schwer möglich schien.

Der Glaube an etwas kann ja bekanntlich Berge versetzen.
Anwohner schaffen dies mit der festgesetzten U5-Linienführung.

(Auch wenn dies mit neuen nicht zu erwartenden Umsteigezahlen am Rübenkamp durch die Untersuchung der Hochbahn beflügelt werden konnte.)

In diesem Sinn wünsche ich ALLEN ein hoffnungsvolles und friedliches 2018!

Klaus Herrmann

Nutzen der U5 in Barmbek-Nord weiterhin fraglich

Beim gestrigen BI Treffen informierten Herr Ernst, Herr Boneß und Herr Hinrichsen von der Hochbahn im bereits vorweihnachtlich dekorierten Gemeindesaal über den aktuellen Planungsstand in Sachen U5 Barmbek Nord. Danke an alle Anwesenden, dass sie die Emotionen nicht hochkochen ließen, so dass ein konstruktiver Dialog möglich war.

Alle Fragen zu den Kriterien und Gründen, die zur Vorentscheidung für den Hartzlohplatz bei der Südvariante geführt haben, sollen erst auf der Infoveranstaltung der Hochbahn am 13. Dezember bekanntgegeben werden. Das von SPD und Grünen und der Hochbahn gesteckte „städtebauliche Ziel“ haben die Hochbahner auch gestern nicht mit Inhalt gefüllt. Schade!

Fest steht: Die Nordvariante ist wesentlich schneller, kürzer und preiswerter. Die Südvariante hängt nur von der Entscheidung ab, ob es einen nur teuer und unbequem zu ermöglichenden Umsteigepunkt von der U5 zur S1 am Rübenkamp geben soll oder nicht. Ohne diese Station ist die Barmbeker Beule sinnlos. Da die errechneten Umsteigezahlen deutlich hinter den erhofften Zahlen zurückbleiben, ist dieses aus unserer Sicht der Fall. Wenn sich die Politik dennoch für diese Variante entscheidet, so halten wir dieses für eine Verschwendung von Steuergeldern und eine Entscheidung aus persönlicher Willkür. Das hat dann nichts mehr mit der Findung einer optimalen Haltestelle für Barmbek-Nord aus verkehrlichen Gesichtspunkten zu tun.

Die Presseinformation der Hochbahn lässt erkennen, dass es sich bei der Variante „Hartzlohplatz“ um eine politische handelt: „Gleichzeitig können die städtebaulichen Ziele mit dieser Haltestellenlage gut erfüllt werden.“ Auf dem Blog der Hochbahn geht man sogar so weit zu schreiben: „Das entscheidende Kriterium: Welche Haltestelle schafft den größten Nutzen für Barmbek-Nord.“ Beides sind unbegründete bezirkspolitische Gründe.

Barmbek-Nord war niemals erklärtes Ziel der U5. Weil der Rübenkamp nur mit der Barmbeker Beule angefahren werden kann, kam überhaupt eine Haltestelle in Barmbek-Nord in Betracht. Wenn unsere Bezirkspolitiker diese nun einfordern, sollen sie bitte auch begründen, warum diese teure Lösung für Barmbek-Nord so wichtig ist. Doch dazu schweigen sie stille. Die Gründe der Politiker sind also nicht für die Ohren der Bürger bestimmt.

Hartzlohplatz wäre nun die einzige Station der U5 von Bramfeld bis zum Hauptbahnhof, deren Sinn für die Anwohner sehr zweifelhaft ist, deren Bau in einer gewachsenen Wohngegend nicht nur die Anwohner stark belastet, sondern auch unwiderruflich wertvollen Baumbestand vernichtet und für die der Denkmalschutz für den Hartzlohplatz zuerst aufgehoben werden muss. Ungeklärt ist bisher, wie die jahrelangen Baustellenverkehre abgewickelt werden sollen, wo die benötigte sehr große Baustelleneinrichtungsfläche entstehen soll, und welcher Oberflächenzustand schließlich erreicht werden soll. Sinnvoll wäre ein Leitsystem, um Ortsfremde von und zu der versteckt gelegenen Station zu führen.

Wir erwarten, dass die geplante Veranstaltung nachvollziehbare Argumente und Antworten auf die vielen offenen Fragen liefern wird. Der Bezirk Nord hat diesmal endlich auch Senatsvertreter zur Anwesenheit aufgefordert!

Wir fordern, dass unsere politischen Vertreter von SPD und Grünen im Bezirk diesmal vor Ort in offizieller Mission anwesend sind. Auf dem Weg zur Helmuth Hübener Schule können sie sich dann gleich ein eigenes Bild von der gewünschten Haltestellenlage in Barmbek-Nord machen. Vielleicht sorgt das bei einigen für einen Aha-Effekt.

Bürgerfragestunde: Keine Antworten sind auch Antworten

Wir haben die aktuelle Bürgerfragestunde in der Bezirksversammlung Nord genutzt, um SPD und Grüne nach den konkreten (!) Gründen zu fragen, die für die Forderung nach einer Haltestelle der U5 an der Südvariante sprechen. Warum ist der 200 Millionen Euro teure Umweg so wichtig für Barmbek-Nord? Fundierte Argumente sind nicht nur für die Planer und Entscheider wichtig, sondern auch für die betroffenen Menschen, um den Vorstoß der Politik zu verstehen.

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Bezirksversammlung fordert Haltestelle in Barmbek-Nord – offener Brief an Thomas Domres

Herrn
Thomas Domres
Fraktionsvorsitzender
SPD-Bezirksfraktion Hamburg-Nord

Martinistraße 31/33
20251 Hamburg

10.11.2017

Bezirksversammlung Hamburg-Nord fordert Haltestelle in Barmbek-Nord

Sehr geehrter Herr Domres,

Sie setzen sich als Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion Nord für eine Haltestelle der U5 in Barmbek-Nord ein und fordern diesen Wunsch per Beschluss von der zuständigen Verkehrsbehörde ein. Auf der Homepage der SPD-Fraktion-Nord nehmen Sie dazu Stellung. Erlauben Sie uns bitte ein paar Anmerkungen:

Sie kritisieren, die Verkehrsbehörde würde durch die Untersuchung der kürzeren Nordvariante „grundlegende Eckpfeiler des U5-Projekts verschieben“. Wir können Ihnen anhand der bisher veröffentlichten Informationen versichern, dass eine „angemessene Erschließung Barmbek-Nords“ niemals Ziel der U5 Planung war. Die U5 soll vor allem die Metrobuslinien 5 und 6 entlasten. Daneben wurden Potentialgebiete ausgemacht: Im ersten Bauabschnitt sollen Bramfeld und Steilshoop endlich an das Schnellbahnnetz angeschlossen werden. Der große Umweg der Südvariante war einzig dem Versuch geschuldet, einen Umsteigebahnhof an der S-Bahn-­Station Rübenkamp zu ermöglichen. Nur aus diesem Grund wurde eine so weit südlich gelegene Haltestelle überhaupt in Erwägung gezogen.

Ihr Wunsch nach einer U5-Haltestelle zur Stärkung Barmbek-Nords ist prinzipiell nachvollziehbar, jedoch sollten Sie dann den Menschen auch erklären, wo und wie dies im eng bebauten Barmbek-Nord menschen-, umwelt- und sozialverträglich realisiert werden könnte. Leider haben Sie fast zwei Jahre verstreichen lassen, ohne sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung einzubringen, ohne mit den betroffenen Menschen zu sprechen und ohne ein offenes Ohr für die vielen Kritikpunkte und Sorgen zu haben. Es ist diese Ignoranz Ihrerseits, die „dem Engagement und den Interessen vieler Menschen nicht gerecht“ wird. Diesen Vorwurf sollten Sie sich also selber machen. Seit 2016 ging in der Tat sehr viel Vertrauen verloren – in die politischen Vertreter von SPD und Grüne.

„Bezirksversammlung fordert Haltestelle in Barmbek-Nord – offener Brief an Thomas Domres“ weiterlesen

SPD und Grüne fordern Rückkehr der „Barmbeker Beule“

SPD und Grüne haben am Dienstag im Hauptausschuss des Bezirks den Antrag zur Forderung einer Südvariante der U5 in Barmbek beschlossen, trotz Veto der Linken. Politischer Trick: Der erste Antrag ohne Beschluss wurde durch einen zweiten fast wortidentischen Antrag ersetzt und das Veto mit Bezug auf die Geschäftsordnung abgelehnt. Dieser Beschluss soll tatsächlich als „Meinung“ von Barmbek-Nord in die nächste Sitzung des U5-Lenkungskreises eingebracht werden. Der Bezirk will die Südvariante politisch durchdrücken am Bürgerwillen vorbei. Die FDP spricht sich immer noch für eine Station im Hartzloh aus. Keiner der Politiker hat sich bisher im Stadtteil blicken lassen und das Gespräch mit den Bürgern vor Ort gesucht. Hat einer der Herren und Damen je mit der Bevölkerung in Richtung Nordheimstraße gesprochen? Garantiert nein. Obwohl alles zum Bezirk Nord gehört!

Das ist skandalös. SPD, Grüne und auch die FDP sind damit komplett unwählbar und unglaubwürdig geworden. Wenn es ihnen um die Menschen und die Umwelt gegangen wäre, dann hätten die Lokalpolitiker von SPD und Grünen einen Eil-Antrag gestellt, dass möglichst unter großen Straßen weit weg von der Wohnbebauung und auf technisch höchstem Niveau menschen- und umweltschonend gebaut wird! Das ist eine nachvollziehbare Empfehlung an die Planer! Aber nein, die führenden Lokalpolitiker wollen gerne mindestens 200 Millionen Euro dafür ausgeben, dass unser kleiner REWE-Markt angeschlossen, dafür ein Riesenschlenker unter uns gebuddelt, und unser schöner Hartzloh-Markt geopfert wird. Hammer. Das geht gar nicht. Wo sind die Argumente und Fakten dieser Politiker? Wann werden wir Menschen mitgenommen? Mit solchen politischen Tricksereien jedenfalls nicht!

Übrigens:

  • Herr Domres hat sich bis heute nicht zum offenen Brief der Bürgerinitiative geäussert.
  • Auf eine Reaktion zu unserem Faktencheck vom 20. September 2016 (!) von den genannten Politikern warten wir noch heute.
  • Bei keiner bisherigen öffentlichen Bürgerveranstaltung waren offizielle Vertreter vor Ort – trotz Einladung.
  • Keine Einladung zu einer unserer Versammlungen der Bürgerinitiative wurde angenommen.

Diese „Bürgernähe“ ist schockt.

Wir als Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh setzen uns für eine menschen- und umweltschonende Umsetzung der U5 in Barmbek Nord ein. Vorschläge einer Planung rund um den Langenfort mit deutlich mehr Frei- und jungen Grünflächen wurden mit zu hohen Kosten wegen des „Umweges“ sehr schnell von den Planern abgelehnt. Wir sind gespannt darauf, welche sachlichen Fakten für eine Anbindung über die Südvariante rund um den Hartzloh sprechen, die Mehrinvestitionen in 200-Millionen-Euro-Höhe rechtfertigen, wenn der Rübenkamp als Haltepunkt wegfällt.

Machen Sie sich schlau! Wir haben seit 2 Jahren Fakten gesammelt, die Sie hier auf unserer Homepage wiederfinden. Schauen Sie sich unsere Petition im Internet an. Diese fasst zusammen, was uns hier wichtig und lebenswert ist.

Lassen Sie nicht zu, dass politische Tricksereien am Bürgerwillen vorbei Erfolg haben.

Werden Sie aktiv!

„Kampfansage“ gegen U5 Planung – erste Stellungnahme von der SPD

Gegen die von der Hochbahn aktuell untersuchte U5-Nordvariante agitiert auch Thomas Domres, SPD-Bezirks-Fraktionschef. Die 200 Millionen Euro, die mit der viel kürzeren und schnelleren Nordvariante eingespart werden könnten, interessieren ihn nicht. Gegenüber NDR 90,3 erklärte er: „Wir müssen stadtplanerisch denken und nicht in der Kostenkategorie“.

Domres favorisiert eine U5-Haltestelle Hartzloh-West mit der bisher geringsten Neuerschließung – nur 4.500 Barmbeker werden hier erstmalig erschlossen. Die Hochbahn bezweifelt bisher, ob dieser Standort baulich überhaupt machbar ist. Vertiefte Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor. Domres hingegen ist überzeugt, dass am Hartzloh besonders viele Menschen wohnen und die „wichtige“ Fuhlsbüttler Straße nah sei.

Wichtig scheint nur zu sein, die Bezirksversammlung mit Hilfe der Mehrheit von SPD und Grüne zu einem Bekenntnis zur teuren Südvariante zu bringen, bevor die Untersuchungsergebnisse zur Nordvariante vorliegen.

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U5 wird zum Politikum:
SPD und Grüne torpedieren die Planung der Hochbahn per Eilantrag

Am 14. Juli hat die Hochbahn die Erweiterung der U5-Planung um eine Nordvariante bekanntgegeben. Unsere politischen Vertreter haben jedoch ein unergründliches Interesse an einer Haltestelle im Bereich Hartzloh und sehen angesichts einer viel kürzeren, schnelleren und 200 Millionen Euro billigeren Nordvariante ihre Felle wegschwimmen.

Die rot-grünen „Planungsexperten“ stellen fest: Eine Haltestelle in der Nordheimstraße sei „keine angemessene Erschließung Barmbek-Nords“.

Woher kommt dieses Wissen? Die Hochbahn prüft seit Juli eine mögliche Trassenführung und Haltestellenlage im Bereich der Nordheimstraße. Hier ist noch alles offen. Es liegen bisher keine Informationen der Hochbahn vor. Probebohrungen fanden gerade erst statt. Die Nordheimstraße liegt unweit der ursprünglich geplanten Haltestelle Elligersweg.

Es wird deutlich: Den Regionalpolitikern geht es nicht um eine für Barmbek, Steilshoop, Bramfeld und auch Ohlsdorf optimale menschen- und umweltfreundliche Planung der U5 Haltestelle im Raum Barmbek. Ihnen geht es nicht um die Zielsetzung einer hohen Neuerschliessung – auch im Hinblick auf zukünftigen Wohnungsbau. SPD und Grüne denken nicht an die Sinnhaftigkeit und Finanzierbarkeit der Linienführung der U5 im nördlichen Bereich.

Ein Jahr lang war Schweigen der beiden Parteien im Stadtteil zu vernehmen. Und jetzt auf einmal dieses politische Interesse und hektischer Aktionismus?! Warum wollen Regionalpolitiker der SPD und Grünen demagogisch an den Bürgern vorbei ihre eigenen Interessen durchsetzen? Was sind die wirklichen Beweggründe?

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SPD und Grüne torpedieren die Planung der Hochbahn per Eilantrag“
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U5-Nordvariante: Schneller, kürzer, preiswerter?

Nachdem die Hochbahn am 14. Juli 2017 die Untersuchung einer kürzeren U5-Nordvariante bekanntgegeben hat, erscheint die bisher untersuchte Südvariante in einem neuen Licht: Allein der mehr als einen Kilometer lange Umweg nach Süden bedeutet nicht nur enorme Mehrkosten von etwa 200 Millionen Euro beim Bau der U5, sondern auch eine tägliche Fahrzeitverlängerung und deutlich höhere Unterhaltskosten. Bedacht werden muss bei allen individuellen Wünschen, dass die Förderfähigkeit der U5 – und damit die Realisierung des gesamten Projekts – mit Einsparungen in dieser Größenordnung stehen und fallen kann.

Im Moment hält die Hochbahn eine Station in der Nordheimstraße für möglich. Platz zum bauen und Anschluss an die Buslinien ist dort augenscheinlich reichlich vorhanden, die Neuerschließungszahlen dürften auf ähnlichem Niveau liegen wie weiter südlich. Eine U5-Haltestelle an dieser Stelle wird eine Aufwertung für diesen Teil Bambek-Nords bedeuten und eine Wohnungsbau-Offensive auf den bestehenden Freiflächen nach sich ziehen. Der Wohnungsbau an Magistralen ist zur Zeit ein großes Thema in Hamburg, hier ist sehr viel Entwicklungspotential vorhanden.

Da dem Hartzloh aufgrund des extrem engen Straßenquerschnitts nur noch geringe Realisierungschancen bescheinigt werden, entfällt die bisherige Vorzugsvariante im Süden. Die Hochbahn prüft nun, ob eine der verbliebenen Alternativen den Luxuszuschlag im Vergleich zur Nordheimstraße wert sein könnte. Die endgültige Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen, alle bisherigen Varianten sind weiterhin im Rennen.

U5-Nordvariante: Schneller, kürzer, preiswerter? | Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Databas License (ODbL)

Stellungnahme statt Vorfreude

Stellungnahme der Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh zum Artikel „Vorfreude auf die neue U5“ in der aktuellen Sommer-Ausgabe der Zeitschrift Barmbek live.

Update 18.07.2017: Verantwortlichkeit für den Artikel im Text geändert, Zusmmenfassung der Stellungnahme der IG Fuhle am Ende des Artikels angefügt. Alle Änderungen sind im folgenden Text kursiv gesetzt.

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