Barmbek-Nord von oben, oder: Der gesunde Menschenverstand spricht – Teil 1

Barmbek von oben (1): „Abschichtung“ Langenfort

Der gesunde Menschenverstand ist oft sehr hilfreich, wenn es um die Beurteilung von Projekten geht und die Überlegung, was zu tun ist. Auch bei der Betrachtung der bisherigen Planung der Trassierung und Haltestellenlagen der U5 hilft er ungemein weiter, der Blick „von oben“ auf das Projekt.

Man sieht sofort: Eine „Abschichtung“ der Stationen Langenfort ist nicht zu rechtfertigen, auch nicht mit den schönsten Statistiken. „Barmbek-Nord von oben, oder: Der gesunde Menschenverstand spricht – Teil 1“ weiterlesen

Wohl und Wehe

Nach wie vor beteuert die Hochbahn, auf der Suche nach der bestmöglichen Haltestellenlage für Barmbek-Nord zu sein. Um die Vorzugsvariante Hartzloh zu stärken, wurde darum eine Task Force aus Hochbahn, Behörden (BWVI und BSW) und dem Bezirk gebildet, um Argumente zu finden, warum die Anbindung der nördlichen Fuhlsbüttler Straße ein positiver Aspekt und wichtig für das Allgemeinwohl ist.

Karte Langenfort West beim „Workshop“ der Hochbahn am 14.12.2016. Das politische Ziel für eine U5-Haltestelle ist gelb markiert, aktuell wird fieberhaft und „ergebnisoffen“ nach einer Haltestellenlage gesucht, die dieses Ziel erreicht. Gibt es wirklich keine anderen Ziele in Barmbek-Nord, die dem Allgemeinwohl dienen?

Ähnliche Aktivitäten zur Stärkung der anderen möglichen Standorte sind uns nicht bekannt.

Merke: Politische Ziele und Ergebnisoffenheit schließen sich aus.

Auffällig oft wird in jüngster Zeit von politischer Seite der Begriff „Allgemeinwohl“ bemüht, wenn es darum geht, unserem Widerstand zu argumentativ zu begegnen.

Die Auseinandersetzung mit der Frage des Allgemeinwohls wird uns in Bezug auf die Vorzugslösung in Form einer U5-Haltestelle Hartzloh noch viele Jahre begleiten. Denn der Beweis des Allgemeinwohls muss geführt werden, wenn die für den geplanten offenen Stationsbau notwendigen Enteignungen der Anwohner gerichtlich durchgesetzt werden sollen – siehe Artikel 14 (3) Grundgesetz.

Bevor sich die U5-Verantwortlichen damit auseinandersetzen, sollten sie nicht versäumen, mehr als nur einen Blick auf Artikel 1 Absatz 1 unseres Grundgesetzes zu werfen:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Die Art, wie bislang seitens Politik, Behörden und Hochbahn mit den lästigen Betroffenen des U5-Projekts umgegangen wird, empfinde ich als entwürdigend.

Hamburg.de – Hartzloh steht fest und Kostenschätzung liegt vor

UPDATE 15.01.2017: Das Hamburger Abendblatt berichtete am 13.01.2017 darüber, dass Rot-Grün das Tempo bei der U5 Planung erhöhen will – im Westen Hamburgs sollen nur noch drei von bislang sieben Trassen geprüft werden. Interessant ist die dazugehörige Grafik: Für Barmbek-Nord ist eine unbenannte Haltestelle eingezeichnet anstelle des Hartzloh. Die Position liegt auch nicht mehr an der Fuhlsbüttler Straße, sondern etwa bei der Variante Rungestraße – dort ist seit den 60er Jahren bereits eine U-Bahn-Station im Flächennutzungsplan vorgesehen. Als Quelle für die Grafik wird die Hochbahn angegeben. Zum ersten Mal seit einem Jahr wird in der Presse nicht mehr der Hartzloh als „gesetzte“ Station angegeben. Das ist bemerkenswert.

UPDATE 13.01.2017: Das Hamburg Journal berichtete gestern von den U5-Plänen des rot-grünen Senats. Auch in diesem Bericht kein Hinweis auf eine ergebnisoffene Prüfung alternativer Haltestellenlagen in Barmbek-Nord – die eingeblendete Karte zeigt weiterhin die Wunschstrecke des Senats als Stand der Dinge. 

UPDATE 11.01.2017: Das Wochenblatt berichtet heute, dass ab morgen weitere Probebohrungen geplant sind. Da von den fünf noch geprüften Varianten nur die Rümkerstraße eine andere Streckenführung benötigt, dürften entlang dieser Trasse die Bohrstellen liegen. Spannend bleibt die Frage, ob die Hochbahn die Trasse für eine mögliche Station Rümkerstraße wirklich auf dem kürzesten Weg quer durch das Quartier21 Richtung Rübenkamp plant, wie am 14.12.2016 vorgestellt. Nicht, dass sich dort auch noch eine Bürgerinitiative bildet…

Es ist schon bemerkenswert, was man auf der offiziellen Homepage der Stadt Hamburg auf www.hamburg.de/u5/ lesen kann!

Im Gegensatz zu der Haltestellenlage in Steilshoop herrscht in Barmbek-Nord also Klarheit bzgl. der Trassenführung und Haltestellenlagen? Haben wir etwas verpasst?

„Mehr Klarheit gibt es auf dem weiteren Weg der Trasse, die über die Straße Hartzloh und den Rübenkamp in Barmbek-Nord bis zur schon bestehenden U1-Haltestelle Sengelmannstraße führt. Die vorläufige Endstation soll der New-York-Ring in der City Nord sein. Fest steht auch, dass die neue Haltestelle am Rübenkamp mit dem bestehenden S-Bahnhof verbunden wird.“

Interessant auch, dass die Hochbahn nun doch Kostenschätzungen herausgibt – die sollten doch frühestens in einem Jahr vorliegen?

„Die Baukosten für den Teilabschnitt schätzt die Hochbahn auf mindestens 600 Millionen Euro.“

Diese Kostenschätzung existiert nun offiziell, während die Hochbahn diesbezüglich bislang gemauert hat (nach mehreren Anfragen zu dem „voraussichtlichen Kostenrahmen“ der untersuchten Varianten, auf den in der Machbarkeitsuntersuchung verwiesen wird: Antwort der Hochbahn vom 7. November 2016):

„Über die Erstellung eines Kostenvergleichs verschiedener Varianten der U5 Ost wird erst dann entschieden, wenn sich herausstellt, dass die Kosten für einen Variantenvergleich entscheidungserheblich sein können. Ein Kostenrahmen für die Gesamtmaßnahme kann erst dann erstellt werden, wenn feststeht, welche Variante zur Planfeststellung beantragt werden soll. Wie Sie wissen, ist für den Stadtteil Barmbek-Nord die Variantenuntersuchung der Haltestellenlagen noch nicht abgeschlossen.

Daher können wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keinen Kostenrahmen nennen, da es diesen schlichtweg noch nicht gibt.“

Die Glaubwürdigkeit der Hochbahn ist komplett verlorengegangen.

Bürgerdialog und Bürgerfragestunde: Erstes Fazit

Der Bürgerdialog am 14.12.2016

Die von der Hochbahn vorgetragenen Argumentationsketten sind leider nicht schlüssig und zeigen uns, dass die bisherige Planung an Kriterien festgemacht wird, die aus unserer Sicht keiner verkehrlichen und stadtplanerischen Notwendigkeit standhalten. Das vorgebrachte Hauptkriterium, die Anbindung an die Hochtief-Zentrale und die damit verbundenen Arbeitsplätze, ist ein Kriterium, das auf keinen Fall ein derartiges Großprojekt mit den damit verbundenen Kosten und vor allem Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt rechtfertigt. Wer hat wann dieses Kriterium aus welchem Grund festgelegt?

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Genug ist genug!

Stadtentwicklung und planerische Umsetzung im Bezirk-Nord

Es gibt Grenzen, die überschritten werden.

Nach der desaströsen Planung und Umsetzung von Stadtentwicklungsprojekten im Bezirk-Nord ist mit der Planung der U5 durch unseren Stadtteil definitiv eine Grenze überschritten worden. Wir Bürger werden dieses Vorgehen nicht tatenlos hinnehmen.

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Erst versprochen, dann gebrochen?

Zur Planung der U5: Vorgaben und die Realität in Hamburg

Es fing alles so schön an mit den Zukunftsplänen zum Ausbau des Hamburger U-Bahn-Netzes. Sehr umfangreich wurden die Pläne, Vorstellungen und Rahmenbedingungen vom Senat und der Hochbahn vorgestellt.

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