„Kampfansage“ gegen U5 Planung – erste Stellungnahme von der SPD

Gegen die von der Hochbahn aktuell untersuchte U5-Nordvariante agitiert auch Thomas Domres, SPD-Bezirks-Fraktionschef. Die 200 Millionen Euro, die mit der viel kürzeren und schnelleren Nordvariante eingespart werden könnten, interessieren ihn nicht. Gegenüber NDR 90,3 erklärte er: „Wir müssen stadtplanerisch denken und nicht in der Kostenkategorie“.

Domres favorisiert eine U5-Haltestelle Hartzloh-West mit der bisher geringsten Neuerschließung – nur 4.500 Barmbeker werden hier erstmalig erschlossen. Die Hochbahn bezweifelt bisher, ob dieser Standort baulich überhaupt machbar ist. Vertiefte Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor. Domres hingegen ist überzeugt, dass am Hartzloh besonders viele Menschen wohnen und die „wichtige“ Fuhlsbüttler Straße nah sei.

Wichtig scheint nur zu sein, die Bezirksversammlung mit Hilfe der Mehrheit von SPD und Grüne zu einem Bekenntnis zur teuren Südvariante zu bringen, bevor die Untersuchungsergebnisse zur Nordvariante vorliegen.

Stadtplanerisch zu denken, bedeutet zu untersuchen, welche Entwicklungsmöglichkeiten ein Standort hat. Der Bereich um den Hartzloh bietet laut Baubehörde nur noch wenig Raum für Wohnungsbauprojekte, Stichwort „Nachverdichtung“. Es ist einfach zu eng. Größere Phantasie scheint es im Bereich der Nordheimstraße zu geben. Gerüchten zufolge wird an der Ecke Nordheimstraße/Fuhlsbüttler Straße bereits mit Investoren über neue Hochhäuser gesprochen, entlang dieser Magistrale gibt es noch viel Raum für Nachverdichtung, alte und marode Nachkriegshäuser locken geradezu zum Neubau.

Stadtplanerisch zu denken, bedeutet, sich mit den Konsequenzen für einen Stadtteil zu beschäftigen: Neben den Belastungen durch eine jahrelange Großbaustelle müsste für eine Haltestelle Hartzloh-West neben dem alten Baumbestand und dem neuen Spielplatz auch der beliebte Wochenmarkt und das neue Café für mindestens fünf Jahre weichen. Die alteingesessenen Gewerbetreibenden an dieser Ecke dürften diese Bauzeit kaum wegstecken.

Zum Ausgleich wird hinterher alles „aufgewertet“, sprich „teurer“ werden. Dies ist anscheinend die positive Entwicklung, die SPD und Grünen im Bezirk vorschwebt. Sicher werden sie Ihre Visionen bald konkretisieren und viele Aspekte benennen, die es Wert sind hier für relativ wenige Menschen eine U-Bahn-Station zu bauen, in einem stadtplanerisch und verkehrlich gut erschlossenen Gebiet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.