Notizen vom BI Treffen

Gestern waren Herr Ernst, Leiter der Bürgerbeteiligung bei der Hochbahn, und Herr Boneß zu Gast bei unserem neunten BI Treffen.

Was gibt es Neues von Seiten der Hochbahn?

Der Dialog kommt wieder in Gang. Statt erst die Entscheidung für eine Haltestellenlage in Barmbek-Nord abzuwarten, möchte Herr Ernst nun viel früher – möglicherweise noch vor den Sommerferien – wieder in den Stadtteil kommen. Auf dieser Veranstaltung will die Hochbahn eine Tendenz (!) und aktuelle Erkenntnisse mit den Barmbekern diskutieren.

Das ist ein bemerkenswerter Erfolg, denn jetzt besteht erneut Hoffnung, noch vor der eigentlichen Entscheidung positiven Einfluss auf die Planung nehmen zu können.

Dafür gibt es sehr viele Ansatzpunkte, die von vielen BI Mitgliedern deutlich gemacht wurden. Herr Ernst versprach, alle Punkte mitzunehmen. Er betonte, dass es zum Wesen von Planung gehöre, dass sich Planung immer ändern könne. Und dass die Hochbahn laufend auch nach Varianten und Alternativen schaut. Auch der eigentliche Bau und das bauliche Umfeld werden nun angeschaut. Das kann also auch dazu führen, dass bereits abgeschichtete Standorte wieder in den Fokus rücken.

Was weiterhin im Dunkeln bleibt: Gibt es einen politischen Willen, der die Planer einengt? Das ist des Pudels Kern. Allein durch ein solches zugrundeliegendes Ziel wird die ursprüngliche Vorzugsvariante Hartzloh plausibel. Die von der Hochbahn genannten Kriterien hätten alleine zu einer anderen Planung an anderer Stelle geführt.

Die Planungsfortschritte der letzten Monate sollen erst in der kommenden Veranstaltung offenbart werden – die Hochbahn liebt Überraschungen.

Was kann die Hochbahn von unserer Seite mitnehmen?

  • Die Akzeptanz der Bevölkerung wurde hier in keinster Weise erreicht.
  • Das Bauverfahren ist diskussionswürdig.
  • Die Bewertungen und Gewichtungen sind nicht nachvollziehbar.
  • Viele Bäume zu fällen ist keine Option angesichts schlechter Luft.
  • Die Betroffenheit der Anwohner gehört in den Kopf der Planer.
  • Die Planung ist nicht nachvollziehbar.
  • Leben und leben lassen!
  • Wir fordern gleiche Rechte wie Anwohner beim Bau der U4 zur Hafencity.

Herr Ernst betonte die Bedeutung der U5 auf lange Sicht, für nachfolgende Generationen. Man dürfe nicht nur auf die Bauphase schauen. Allerdings musste er einräumen, dass die Hochbahn beim Thema Nachverdichtung und Wohnungsbau lediglich aktuelle Planungen berücksichtigt hat – die zu erwartende Überplanung des gesamten Bereichs jenseits der Rümkerstraße – absehbarer Wohnraum für nachfolgende Generationen – wurde nicht berücksichtigt. Auf lange Sicht verschenktes Potential.

Im Verlauf der u5 im Hamburger Westen hingegen wird bereits über einen Masterplan zum Wohnungsbau in den von der U5 berührten Gebieten nachgedacht, ohne den keine Finanzierung aus dem GVFG möglich wäre.

Wir bedanken uns bei Herrn Ernst und Herrn Boneß für das Gespräch.

Wie wichtig nehmen die Politiker die Sorgen der Menschen?

Im weiteren Verlauf des BI Treffens wurde über die verschiedenen Unterstützungsgesuche an die Politik und die erfolgten Rückmeldungen informiert.

Seit April 2017 wurden von verschiedenen BI Mitgliedern diverse Schreiben an unseren Bürgermeister Olaf Scholz, Politiker und Behörden geschrieben. Es gab eine Rückmeldung von Herrn Kahrs, leider nur mit guten Wünschen. Dankeschön.

Das zum Neujahrsempfang persönlich an Herrn Scholz übergebene Schreiben wurde damals immerhin zur Beantwortung an die Hochbahn weitergeleitet. Wo ist der hanseatische Geist geblieben?

Kein gutes Zeichen, zumal im Wahljahr 2017.

Wir sind gespannt, ob unsere eingereichte Petition für Reaktionen sorgt. Dürfen von städtischer Planung betroffene und teilweise real bedrohte Bürger in der schönsten Stadt der Welt nicht deutlich mehr von ihren politischen Vertretern erwarten? Doch! Viel mehr!

 

Unser nächstes BI Treffen findet diesmal an einem Dienstag statt, dem 11. Juli 2017, wie immer um 19 Uhr im Gemeindesaal von St. Gabriel.

 

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